MEINUNGKOMMENTARSTAATSQUOTE UND BÜROKRATIE
Der Staat wächst. Die Rechnung zahlen wir.
Die Staatsquote liegt wieder über 50 Prozent, im öffentlichen Dienst arbeiten 5,48 Millionen Menschen, und die größte Entlastung des Jahres betrifft Kosten, die noch niemand bezahlt hat. Vier geprüfte Zahlen zu einer Debatte, in der viele falsche unterwegs sind.
Von Andreas W. Herb, Gründer und CEO MBG Group, Paderborn
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Inhalt
50,3 %
Staatsquote 2025
erstmals seit 2021 wieder über 50 Prozent[1]
5.475.100
Beschäftigte im öffentlichen Dienst
Stichtag 30. Juni 2025, vorläufig[4]
45 Mio. €
Entlastung der Wirtschaft beim Erfüllungsaufwand
Berichtszeitraum Juli 2025 bis Juni 2026[8]
+1,3 Mrd. €
neue Bürokratiekosten im selben Zeitraum
fast das Dreißigfache der Entlastung[8]
Deutschland sollte sich eine einfache Frage stellen: Wie viel Staat brauchen wir, und wie viel davon macht unser Leben tatsächlich besser? Wer neue Steuern, zusätzliche Stellen und weitere Regeln fordert, muss erklären, welchen messbaren Nutzen Bürger und Unternehmen dafür bekommen. Ein guter Zweck ist noch kein Beweis für ein gutes Instrument.
Diese Debatte wird mit vielen Zahlen geführt, die nicht stimmen. Ich habe für diesen Text vier Kennzahlen an ihren Quellen nachgerechnet. Eine davon musste ich gegen meinen eigenen Entwurf korrigieren.
Über der Hälfte: eine Ausgabenquote, keine Leistungsbilanz
Die Staatsquote lag 2025 bei 50,3 Prozent und stieg damit erstmals seit den Corona-Jahren 2020 und 2021 wieder über 50 Prozent.[1] Gemeint sind die gesamten Ausgaben von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt[3] – nicht der Anteil der Menschen, die beim Staat arbeiten, und nicht der Anteil, den der Staat jedem Einzelnen vom Einkommen abnimmt. In Euro sind das 2.249 Milliarden, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahr.[2]
Die Staatsquote liegt wieder über 50 Prozent
Ausgaben des Staates in Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Nur Jahre, für die Destatis selbst einen Wert veröffentlicht hat
Destatis[1][3]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.
Grenzen der Daten: Für 2022 fand sich keine Destatis-Veröffentlichung mit dem Jahreswert; das Bundesfinanzministerium weist 48,6 Prozent aus. Wir lassen die Lücke offen, statt zwei Quellen in einer Reihe zu mischen. Der Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2024 liegt bei 47,3 Prozent, der Höchstwert 1995 bei 55,2 Prozent. Für 2026 gibt es noch keinen Jahreswert.
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Datentabelle anzeigen6 Zeilen
| Staatsquote (%) | |
|---|---|
| 2020 | 51,1 |
| 2021 | 50,7 |
| 2022 | – |
| 2023 | 48,4 |
| 2024 | 49,5 |
| 2025 | 50,3 |
Hier ist die Stelle, an der ich meinen eigenen Entwurf berichtigen musste. Er stützte sich auf eine Datenreihe, die über einen Finanzdatenanbieter abgerufen war, und nannte 50,5 Prozent für 2025, 49,4 für 2024 und 48,1 für 2023. Das amtliche Ergebnis lautet 50,3, 49,5 und 48,4 Prozent. Die Abweichungen sind klein. Aber wer von der Politik Genauigkeit verlangt, muss sie zuerst sich selbst abverlangen.
Eine solche Quote ist für sich genommen kein Beweis dafür, dass Geld schlecht ausgegeben wird. Sie ist ein guter Anlass, die Beweislast umzudrehen. Nicht nur Bürger und Unternehmen müssen erklären, wie sie noch mehr finanzieren sollen. Der Staat muss erklären, warum er mit dem, was er bereits beansprucht, nicht besser zurechtkommt.
Was die Quote nicht sagt: Sie steigt nicht in jedem Jahr – nach dem hohen Wert von 2020 ist sie drei Jahre lang gesunken. Sie misst nicht, was der Staat selbst produziert. Und sie lässt sich nicht erhöhen, indem man Personenzahlen hinzurechnet: Aus einer Ausgabenquote von über 50 Prozent wird durch das Hinzuzählen von Bahnbeschäftigten keine Quote von über 60 Prozent. Beschäftigte und Ausgaben messen verschiedene Dinge. Der größte Einzelposten sind mit rund 52 Prozent der Staatsausgaben die Sozialleistungen; ihr Anteil hat sich in zehn Jahren kaum verändert.[2]
Mehr Personal ist noch kein besserer Staat
Zum 30. Juni 2025 waren nach vorläufigen amtlichen Ergebnissen 5.475.100 Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt, rund 5,5 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr kamen 95.100 hinzu, 1,8 Prozent mehr.[4] Gegenüber 2015 sind es 829.600 mehr, ein Zuwachs von 17,9 Prozent.[5] Das ist eine Entwicklung über mehrere Regierungen hinweg, keine Entscheidung der heutigen Bundesregierung.
829.600 Beschäftigte mehr als 2015
Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Millionen, Stichtag jeweils 30. Juni. Gezählt werden Personen, nicht Vollzeitstellen
Destatis, Personalstandstatistik[4][5]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.
Grenzen der Daten: Der Wert für 2025 ist vorläufig. Enthalten sind Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung, darunter Schulen, Hochschulen, Kitas und Polizei.
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Datentabelle anzeigen4 Zeilen
| Beschäftigte (Mio.) | |
|---|---|
| 2015 | 4,65 |
| 2019 | 4,88 |
| 2024 | 5,38 |
| 2025 | 5,48 |
Wer diese Entwicklung kritisiert, sollte wissen, wen er damit meint. Ich habe nachgerechnet, wohin der Zuwachs seit 2015 gegangen ist – und die Hälfte davon entfällt auf vier Bereiche, über die in der Bürokratiedebatte niemand spricht:
| Aufgabenbereich | Zuwachs seit 2015 |
|---|---|
| Hochschulen mit Kliniken | +132.600 |
| Schulen | +131.600 |
| Kommunale Kitas | +101.000 |
| Polizei | +47.800 |
| Diese vier zusammen | +413.000 |
| Öffentlicher Dienst insgesamt | +829.600 |
Die vier Bereiche tragen 413.000 der 829.600 zusätzlichen Beschäftigten, also 49,8 Prozent. Sie sind Teilmengen des Gesamtwerts und ergeben zusammen nicht die Gesamtsumme. Zu beachten: Das Personal in der Polizeiausbildung in Hessen wird ab 2022 den Hochschulen zugeordnet; die beiden Reihen sind einzeln nicht voll vergleichbar, ihre Summe schon.[5]
Lehrer, Polizisten und Erzieher sind keine Gegenwelt zu den Menschen, die Leistung bringen. Sie sind der Teil des Staates, den die meisten Bürger tatsächlich wollen. Meine Kritik richtet sich gegen einen politischen Reflex: Personalaufbau darf nicht die Standardantwort auf schlecht organisierte Abläufe sein. Bevor neue Verwaltungsstellen entstehen, gehören Aufgaben, Zuständigkeiten und Abläufe auf den Prüfstand.
Die Belastung kommt nicht nur über den Steuerbescheid
Wer über Entlastung spricht und dabei nur auf den Einkommensteuertarif zeigt, beschreibt nicht die ganze Rechnung. Der nationale CO₂-Preis auf Brennstoffe ist dafür das klarste Beispiel: Er steht in keinem Steuerbescheid und trotzdem in jeder Tankrechnung und jeder Heizkostenabrechnung.
Der CO₂-Preis hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt
Nationaler CO₂-Preis auf Brennstoffe in Euro je Tonne. 2021 bis 2025 gesetzliche Festpreise, 2026 Auktionskorridor
- Festpreis oder Untergrenze
- Obergrenze des Korridors
§ 10 BEHG[6], DEHSt[7]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.
Grenzen der Daten: Für 2026 gibt es keinen einheitlichen Jahrespreis: Die Zertifikate werden zwischen 55 und 65 Euro versteigert, der anschließende Verkauf liegt bei 68 Euro je Tonne. Diese 68 Euro sind ein eigener Vorgang und im Balken nicht enthalten. Von 25 auf 68 Euro sind es 172 Prozent mehr als 2021.
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Datentabelle anzeigen6 Zeilen
| Festpreis oder Untergrenze (€/t) | Obergrenze des Korridors (€/t) | |
|---|---|---|
| 2021 | 25 | – |
| 2022 | 30 | – |
| 2023 | 30 | – |
| 2024 | 45 | – |
| 2025 | 55 | – |
| 2026 | 55 | 65 |
Das Kabinett hat am 12. August 2026 eine Novelle beschlossen, die den Korridor von 55 bis 65 Euro auch 2027 fortführen soll. Ein Gesetz ist das noch nicht.[7] Was der CO₂-Preis konkret für eine einzelne Lkw-Ladung bedeutet, steht im Kommentar CO₂-Abgaben: Preistreiber mit Ansage. Zur geplanten Zuckergetränkesteuer und zur geplanten Kunststoffverpackungsteuer gibt es eigene Berichte; beide sind Vorhaben und keine 2026 bereits erhobenen Steuern.
Gesundheits-, Klima- und Umweltziele verdienen eine ernsthafte Debatte. Aber auch ein berechtigtes Ziel entbindet die Politik nicht von der Pflicht, Wirkung, Verteilung und Vollzugskosten offenzulegen. Eine neue Belastung wird nicht dadurch zur Entlastung, dass sie einen gut klingenden Namen trägt.
Bürokratieabbau: 45 Millionen für die Wirtschaft
Der Nationale Normenkontrollrat hat seinen Jahresbericht am 8. Oktober 2026 vorgestellt. Die Schlagzeile daraus lautete: Der jährliche Erfüllungsaufwand ist im Berichtszeitraum Juli 2025 bis Juni 2026 um rund 6,8 Milliarden Euro gesunken, auf den niedrigsten Stand seit 2020.[8] Das klingt nach einer Wende. Zwei Sätze weiter steht, wie sich diese Entlastung verteilt.
Die Entlastung kommt nicht bei den Betrieben an
Änderung der jährlichen Kosten im Berichtszeitraum Juli 2025 bis Juni 2026, in Milliarden Euro
Nationaler Normenkontrollrat, Jahresbericht 2026[8]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.
Grenzen der Daten: Unterschiedliche, teilweise überlappende Messgrößen: Bürokratiekosten sind eine Teilmenge des jährlichen Erfüllungsaufwands und betreffen Informationspflichten. Die Werte sind nicht addierbar und sind keine Steuereinnahmen des Staates.
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Datentabelle anzeigen3 Zeilen
| Änderung (Mrd. €) | |
|---|---|
| Erfüllungsaufwand insgesamt | -6,8 |
| davon: Wirtschaft | -0,05 |
| Bürokratiekosten der Wirtschaft | 1,3 |
Von den 6,8 Milliarden Euro entfallen rund 6,4 Milliarden auf die Bürger, rund 370 Millionen auf die Verwaltung und rund 45 Millionen auf die Wirtschaft. Im selben Zeitraum sind die Bürokratiekosten der Wirtschaft um 1,3 Milliarden Euro gestiegen, vor allem durch die Umsetzung der europäischen Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit.[8] Ein Betrieb, der 2026 auf eine Entlastung gewartet hat, bekam 45 Millionen Euro verteilt auf alle Unternehmen des Landes – und fast das Dreißigfache davon an neuen Pflichten obendrauf.
Und auch die 6,4 Milliarden für die Bürger sind nicht das, wonach sie klingen. Fast die gesamte Entlastung – 7,7 Milliarden Euro – stammt aus einem einzigen Gesetz, dem Gebäudemodernisierungsgesetz, vor allem aus der Streichung der Pflicht, neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Der Normenkontrollrat schreibt dazu selbst: Damit fielen zwar erhebliche künftige Kosten nicht mehr an, „es entsteht aber auch keine unmittelbar spürbare Entlastung für die Normadressaten, da diese Kosten noch nicht angefallen waren“.[8]
Eine rechnerisch vermiedene Zukunftsbelastung ist nicht dasselbe wie ein heute verschwundenes Formular. Für einen Betrieb zählt nicht, wie viele Milliarden auf einer Präsentation eingespart werden. Es zählt, ob weniger Arbeitszeit in Nachweise fließt, ob Genehmigungen schneller kommen und ob die nächste Investition einfacher wird statt komplizierter.
Zur Einordnung in beide Richtungen: Der Normenkontrollrat sieht trotz allem einen positiven Trend. Der jährliche Erfüllungsaufwand hat sich im Berichtszeitraum über alle Betroffenen hinweg halbiert und liegt noch 6,4 Milliarden Euro über dem Stand von 2011; am Ende des vorigen Berichtszeitraums waren es 13,2 Milliarden. Einmalig entstand im selben Zeitraum allerdings Erfüllungsaufwand von 8,9 Milliarden Euro, davon 6,8 Milliarden aus den Renovierungsanforderungen desselben Gebäudemodernisierungsgesetzes.[8] Diese 6,8 Milliarden sind nicht die 6,8 Milliarden aus der Schlagzeile.
Leistung schützen, statt neue Belastungen erfinden
Ich will keinen schwachen Staat. Ich will einen Staat, der seine Kernaufgaben beherrscht und die Menschen respektiert, die ihn finanzieren und für ihn arbeiten. Sozialer Schutz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Dafür braucht es vier Maßstäbe. Erstens: Aufgabenprüfung vor Stellenaufbau. Neue Verwaltungsstellen nur mit nachvollziehbarem Bedarf, überprüften Abläufen und messbaren Zielen. Zweitens: Gesamtrechnung statt Etikett. Jede neue Abgabe mit transparenter Darstellung von Steuerlast, Vollzug, Umstellung der Datenverarbeitung und laufendem Aufwand. Drittens: Entlastung mit Nachweis. Bürokratieabbau daran messen, welche Pflichten tatsächlich entfallen und welche Zeit im Alltag zurückkommt – nicht daran, welche künftigen Kosten rechnerisch vermieden wurden. Viertens: Kernaufgaben zuerst. Bildung, Sicherheit, funktionierende Infrastruktur und verlässliche Verwaltung vor allem anderen.
Deutschland braucht keine pauschale Abwertung seiner Staatsbediensteten und keine erfundenen Zahlen. Es braucht eine politische Führung, die sich an einer einfachen Regel messen lässt: Bevor der Staat mehr verlangt, muss er zeigen, dass er mit dem Vorhandenen besser wirtschaftet. Ein leistungsfähiger Staat verdient Vertrauen durch Ergebnisse, nicht durch die Größe seines Haushalts.
Andreas W. HerbGründer und CEO MBG Group, Paderborn
Was ich ausdrücklich nicht behaupte
Ich behaupte nicht, dass jeder öffentliche Euro schlecht ausgegeben ist, dass die Staatsquote in jedem Jahr gestiegen ist oder dass die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu viel oder zu wenig leisten. Beschäftigtenzahlen allein beweisen weder das eine noch das andere. Drei Behauptungen, die in dieser Debatte kursieren, tragen die geprüften Daten ausdrücklich nicht: eine Staatsquote von über 60 Prozent einschließlich der Bahnbeschäftigten, mehr als 5,6 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst und eine ununterbrochen steigende Staatsquote. Die politischen Forderungen in diesem Text sind meine Position, nicht die Aussage der Statistik.
METHODIK
Methodik
Personalzuwachs seit 2015, aus der Destatis-Zeitreihe zum 30. Juni (Werte in Tausend): Schulen 1.069,6 − 938,0 = 131,6; Hochschulen 651,3 − 518,7 = 132,6; kommunale Kitas 298,0 − 197,0 = 101,0; Polizei 358,8 − 311,0 = 47,8. Zusammen 413,0 von insgesamt 5.475,1 − 4.645,5 = 829,6, also 49,8 Prozent. Der Gesamtzuwachs in Prozent: 829,6 ÷ 4.645,5 = 17,9 Prozent.
Verhältnis der beiden NKR-Größen: 1,3 Milliarden Euro ÷ 45 Millionen Euro = 28,9. Daher „fast das Dreißigfache“. Die beiden Größen werden nicht addiert oder verrechnet; sie messen Verschiedenes und überlappen teilweise.
CO₂-Preis: 68 ÷ 25 = 2,72, also 172 Prozent mehr als 2021. 55 ÷ 25 = 2,2, also 120 Prozent mehr. Die Festpreise bis 2025 und der Korridor 2026 stehen im Gesetz; der Verkaufspreis von 68 Euro steht in der Verordnung.
Die Staatsquote ist der Quotient aus den Ausgaben des Staates – Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung – und dem Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen. Die Daten stammen aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und werden revidiert; ältere Veröffentlichungen können deshalb abweichen.
PRÜFUNG
Was vor der Veröffentlichung geprüft wurde
- Alle Zahlen sind am 21. Oktober 2026 an den Primärquellen geprüft: Destatis für Staatsquote und Personalstand, das Brennstoffemissionshandelsgesetz und die Deutsche Emissionshandelsstelle für den CO₂-Preis, der Jahresbericht 2026 des Nationalen Normenkontrollrats für die Bürokratiekosten.
- Die Vorlage des Autors nannte für die Staatsquote eine über einen Finanzdatenanbieter abgerufene Eurostat-Reihe mit 48,1 Prozent für 2023, 49,4 für 2024 und 50,5 für 2025. Destatis nennt 48,4, 49,5 und 50,3 Prozent. Dieser Bericht verwendet durchgehend die Destatis-Werte. Die Werte der Vorlage für 2019 und 2022 sind nicht übernommen, weil sich dafür keine Destatis-Veröffentlichung fand.
- Der Personalstand zum 30. Juni 2025 ist ein vorläufiges amtliches Ergebnis. Gezählt werden Personen, nicht Vollzeitstellen. Ein Jahreswert für 2026 liegt nicht vor und wird hier nicht behauptet.
- Die Aufteilung des Personalzuwachses seit 2015 und der Vergleich der beiden NKR-Größen sind eigene Rechnungen aus den amtlichen Beständen; der Rechenweg steht unter „Wie wir gerechnet haben“.
- Nicht geprüft und deshalb nicht enthalten: die Steuertabelle der Vorlage zu Zuckergetränkesteuer, Kunststoffverpackungsteuer und Alkoholsteuer. Zu diesen Vorhaben gibt es eigene Berichte. Die Bundesregierung und der Normenkontrollrat wurden nicht um eine Stellungnahme gebeten.
QUELLEN
Quellen
Jede Nummer im Text führt zu ihrer Quelle. Die Herkunft steht an jedem Eintrag: amtlich, Medienbericht, Verband, Institut oder Datenportal.
[1] Statistisches Bundesamt (Destatis), 15.01.2026
Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 um 0,2 % gewachsen (Pressemitteilung Nr. 017, mit der Staatsquote 2025 von 50,3 %)Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[2] Statistisches Bundesamt (Destatis), 15.01.2026
Statement zur Pressekonferenz „Bruttoinlandsprodukt 2025 für Deutschland“ (Staatsausgaben 2.249 Milliarden Euro, Anteil der Sozialleistungen)Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[3] Statistisches Bundesamt (Destatis), 25.04.2025
Staatsquote 2024 auf 49,5 % angestiegen (Pressemitteilung Nr. N021, mit den Werten für 2020, 2021, 2023 und dem Durchschnitt 1991 bis 2024)Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[4] Statistisches Bundesamt (Destatis), 22.06.2026
Öffentlicher Dienst 2025: Mehr Beschäftigte in der Bildung und Kinderbetreuung (Pressemitteilung Nr. 215)Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[5] Statistisches Bundesamt (Destatis), Stand 22.06.2026
Entwicklung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nach ausgewählten Aufgabenbereichen, Stichtag 30. Juni (Zeitreihe 2006 bis 2025)Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[6] Bundesministerium der Justiz, Stand 21.10.2026
§ 10 Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG): Veräußerung der Emissionszertifikate, Festpreise 2021 bis 2025 und Preiskorridor 2026Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[7] Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt), Stand 21.10.2026
nEHS: Verkauf und Versteigerung (Mindestpreis 55 Euro und Höchstpreis 65 Euro nach § 12 BEHV, Verkaufspreis 68 Euro nach § 14 BEHV, Novelle vom 12.08.2026)Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[8] Nationaler Normenkontrollrat, 08.10.2026
Jahresbericht 2026 (Berichtszeitraum Juli 2025 bis Juni 2026, vorgestellt am 8. Oktober 2026)Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
KORREKTUREN
Korrekturen
Keine Korrekturen seit der Veröffentlichung am 21.10.2026. Jede wesentliche Änderung erscheint hier mit Datum, Grund und altem Wortlaut.
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