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MEINUNGPOSITIONSPAPIERONLINEHANDEL AUS CHINA

Zolldefizit. Steuerdefizit. Jobdefizit.

Positionspapier an Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Europäischen Rat am 15. und 16. Oktober 2026. Bei Kleinsendungen aus China verliert Deutschland Zoll, Umsatzsteuer und Wertschöpfung.

Von Andreas W. Herb, CEO MBG Group, Paderborn

8 Minuten Lesezeit29 Quellen0 KorrekturenOffenlegung

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Inhalt
  • 40.000

    Arbeitsplätze fehlen in Deutschland, allein durch Temu und Shein

    IW-Studie für den HDE: Stellen, die es gäbe, wenn das Geld bei Händlern im Inland ausgegeben würde.[3]

  • 2,4 Mrd. €

    Wertschöpfung fehlen Deutschland jedes Jahr

    Dieselbe Studie; dazu 429 Mio. € Steuern.[3]

  • 5,9 Mrd.

    Kleinsendungen bis 150 € kamen 2025 in die EU, 2022 waren es 1,4 Mrd.

    EU-Kommission; 93 Prozent der Menge aus China.[1]

  • 65

    von einer Million eingeführten Waren kontrollierte der EU-Zoll 2025 auf Produktsicherheit

    EU-Kommission; 2022 waren es noch 203.[8]

Belegte Werte. Die IW-Studie wird laut HDE derzeit überarbeitet.[4] Die Szenarien des Papiers zu Zoll und Umsatzsteuer stehen im Abschnitt „Die Defizit-Bilanz für Deutschland“.
Das Positionspapier in knapp zwei Minuten (MP4, 30 MB). Das Video zeigt den Stand des Papiers vom 12. Oktober 2026; einzelne Zahlen sind im Text unten geprüft und korrigiert.

Herr Bundeskanzler, stoppen Sie den zollfreien Ausverkauf des deutschen Handels.

Jede Bestellung bei Temu, Shein oder AliExpress ist ein Umsatz, den kein deutsches Unternehmen macht – mit allem, was daran hängt: Ertrag, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Lohnsteuer, Sozialabgaben und Arbeitsplätze. Die 3-€-Pauschale ist darauf keine Antwort. Am 15. und 16. Oktober befasst sich der Europäische Rat mit dem EU-Haushalt ab 2028.[16][17] Setzen Sie dort drei Dinge durch:

Erstens: echter Zoll auf den echten Wert. Der reguläre Zollsatz auf Ware plus Fracht zum Marktpreis, sofort und dauerhaft.

Zweitens: Das Geld folgt dem Verbraucher. Erhebungskosten und Gebühren gehen an das Land, in dem die Ware ankommt, nicht an den Hafen.

Drittens: Plattformen haften. Für Warenwert, Umsatzsteuer und Produktsicherheit, mit echten Kontrollen statt 65 Kontrollen auf eine Million Waren.[8]

Das Volumen: von 1,4 auf 5,9 Milliarden Sendungen in drei Jahren

Bis 30. Juni 2026 waren Sendungen bis 150 Euro in der ganzen EU zollfrei. 2022 kamen 1,4 Milliarden solcher Sendungen, 2025 waren es 5,9 Milliarden.[1] 2024 stammten 91 Prozent aus China.[2] Von 2022 bis 2025 kamen zusammen rund 14,4 Milliarden Sendungen zollfrei in die EU. Mit dem ersten Halbjahr 2026 dürften es über 17 Milliarden sein; amtliche Zahlen für 2026 gibt es noch nicht.

Von 1,4 auf 5,9 Milliarden Sendungen in drei Jahren

Waren in Kleinsendungen bis 150 Euro, Einfuhr in die EU, in Milliarden

Von 1,4 auf 5,9 Milliarden Sendungen in drei JahrenBalkendiagramm mit 4 Kategorien und 1 Reihen. Die Achse beginnt bei null und reicht bis 5,88 Mrd.; der kleinste dargestellte Wert ist 1,39 Mrd.. Alle Zahlen stehen in der Datentabelle unter der Grafik.20221,3920232,4420244,6720255,880246Angaben in Mrd.

Quelle: EU-Kommission[1]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.

Grenzen der Daten: Die Kommission zählt Waren („items“); die deutsche Fassung ihrer Mitteilungen spricht von Sendungen. Durchschnittlicher angemeldeter Wert 2025: 8,82 Euro

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Datentabelle anzeigen4 Zeilen
Werte der Grafik: Von 1,4 auf 5,9 Milliarden Sendungen in drei Jahren
Sendungen (Mrd.)
20221,39
20232,44
20244,67
20255,88

Verzollt werden die meisten dieser Sendungen nicht in Deutschland. 2025 lief fast ein Viertel über Belgien, dazu kamen Ungarn, die Niederlande und Frankreich. In Deutschland selbst wurden 8 Prozent abgefertigt.[1] Wie viele Sendungen am Ende bei Kunden in Deutschland ankommen, veröffentlicht niemand.

Belgien verzollt fast dreimal so viel wie Deutschland

Kleinsendungen bis 150 Euro nach Land der Zollabfertigung, 2025, in Milliarden

Belgien verzollt fast dreimal so viel wie DeutschlandBalkendiagramm mit 9 Kategorien und 1 Reihen. Die Achse beginnt bei null und reicht bis 1,37 Mrd.; der kleinste dargestellte Wert ist 0,16 Mrd.. Alle Zahlen stehen in der Datentabelle unter der Grafik.Belgien1,37Ungarn0,97Niederlande0,94Frankreich0,86Deutschland0,47Italien0,4Spanien0,22Irland0,16Übrige 19 Länder0,490,00,51,01,5Angaben in Mrd.

Quelle: EU-Kommission[1]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.

Grenzen der Daten: Die Kommission nennt das Land, in dem die Ware eingeht; das ist meist das Land der Zollabfertigung, nicht der Wohnort der Käufer

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Datentabelle anzeigen9 Zeilen
Werte der Grafik: Belgien verzollt fast dreimal so viel wie Deutschland
Sendungen 2025 (Mrd.)
Belgien1,37
Ungarn0,97
Niederlande0,94
Frankreich0,86
Deutschland0,47
Italien0,4
Spanien0,22
Irland0,16
Übrige 19 Länder0,49

Die Defizit-Bilanz für Deutschland – pro Jahr

Die Statistik erfasst, wo verzollt wird, nicht, wo verbraucht wird. Das Papier rechnet deshalb mit einer belegten Untergrenze und einem Szenario, in dem 30 bis 35 Prozent aller EU-Sendungen in Deutschland ankommen. Basis ist das Jahr 2025 mit 5,88 Milliarden Sendungen zu durchschnittlich 8,82 Euro angemeldetem Wert.[1]

Pro Jahr, Basis 2025: belegte Untergrenze und Szenario des Autors
Belegte UntergrenzeSzenario 30–35 %
Sendungen nach Deutschland168 Mio. Pakete, nur Temu und Shein[5]1,76–2,06 Mrd.
Angemeldeter Warenwert3,1 Mrd. € ohne Umsatzsteuer (Temu, Shein, AliExpress)[6]15,6–18,2 Mrd. €
Zollwert mit Fracht und Unterbewertung3,8–4,3 Mrd. €26,4–41,3 Mrd. €
Zoll bei 10 Prozent0,38–0,43 Mrd. €2,6–4,1 Mrd. €
davon 25 Prozent, die bei Verzollung in Deutschland im Bundeshaushalt blieben0,09–0,11 Mrd. €0,66–1,03 Mrd. €
Umsatzsteuer auf den angemeldeten Wert, fällig0,59 Mrd. €2,96–3,45 Mrd. €
Umsatzsteuer-Ausfall durch Unterbewertung–0,72–1,66 Mrd. €
Umsatzsteuer auf Fracht zu Temus Kosten (7–10 € je Sendung)0,22–0,32 Mrd. €2,35–3,91 Mrd. €
Umsatzsteuer auf Fracht zum Marktpreis (30 € je Sendung), Forderung0,96 Mrd. €10,1–11,7 Mrd. €
Wertschöpfung, die fehlt2,4 Mrd. € (IW)[3]keine belastbare Hochrechnung
Arbeitsplätze, die fehlenrund 40.000 (IW)[3]keine belastbare Hochrechnung
Steuern von Bund, Ländern und Gemeinden, die fehlen429 Mio. € (IW)[3]keine belastbare Hochrechnung

Annahmen des Autors: Anteil Deutschlands 30 bis 35 Prozent; 65 Prozent der Sendungen um 30 bis 50 Prozent zu niedrig angemeldet (die 65 Prozent schätzte eine Studie von 2016, die 30 bis 50 Prozent sind nicht belegt[9]); Luftfracht 4 bis 7 Euro je Sendung voll im Zollwert; Zollsatz 10 Prozent, bei 8 Prozent fällt der Zoll um ein Fünftel geringer aus. Umsatzsteuer auf Fracht zum Marktpreis ist nach geltendem Recht nicht fällig; das ist eine Forderung des Papiers. Zur Einordnung: 1,76 bis 2,06 Milliarden Sendungen entsprächen 40 bis 47 Prozent aller 4,37 Milliarden Kurier-, Express- und Paketsendungen in Deutschland.[28]

Drei Frachtpreise – und der kleinste landet beim Zoll

Welches Paket fliegt für 8,82 Euro samt Fracht von China nach Deutschland? Keines. Ein einzelnes Expresspaket mit Ware bis ein Kilogramm kostet bei DHL in der Zone, zu der China gehört, 88,10 Euro, in umgekehrter Richtung.[22] Temu bündelt Millionen Sendungen: Branchenanalysen schätzen 4 bis 7 Euro Luftfracht je Sendung und gut 3 Euro für die Zustellung in Europa.[23][24] Beim Zoll ist die Fracht in den 8,82 Euro nicht erkennbar.[1]

Ein Paket, drei Frachtpreise

Fracht für ein Paket bis 1 Kilogramm zwischen China und Deutschland, in Euro

  • Preis
  • Obergrenze
Ein Paket, drei FrachtpreiseBalkendiagramm mit 3 Kategorien und 2 Reihen. Die Achse beginnt bei null und reicht bis 88,1 €; der kleinste dargestellte Wert ist 7 €. Alle Zahlen stehen in der Datentabelle unter der Grafik. Reihen: Preis, Obergrenze.DHL Express, ein Paket88,1 (Preis)Marktpreis laut Papier30Temu, geschätzt7100255075100Angaben in €

Quellen: DHL[22], Branchenanalysen[23][24]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.

Grenzen der Daten: DHL Express: Ware bis 1 Kilogramm, Onlinepreis in der Zone mit China, Richtung Deutschland–China. Temu: 4 bis 7 Euro Luftfracht und gut 3 Euro Zustellung, Schätzung aus Branchenanalysen. Den Marktpreis von 30 Euro setzt das Papier an

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Datentabelle anzeigen3 Zeilen
Werte der Grafik: Ein Paket, drei Frachtpreise
Preis (€)Obergrenze (€)
DHL Express, ein Paket88,1–
Marktpreis laut Papier30–
Temu, geschätzt710

Das Zollrecht rechnet die Fracht bis zur EU-Grenze in den Zollwert ein; bei Luftfracht aus China sind es 70 Prozent.[18] Der Trick der Plattformen heißt „Versand inklusive“: Dann gilt der bezahlte Preis als Zollwert, Fracht wird nicht hinzugerechnet.[19] Dazu kommt, dass nach einer Schätzung von 2016 etwa 65 Prozent der Sendungen im Onlinehandel zu niedrig angemeldet waren.[9] So zahlt Ware Zoll und Umsatzsteuer auf einen Wert, zu dem kein europäischer Händler sie nach Deutschland bringen könnte.

Je Sendung, 2025: angemeldet und im Szenario des Autors
AngemeldetSzenarioAnnahme
Ware8,82 €10,95–13,06 €65 % der Sendungen um 30–50 % zu niedrig angemeldet
Fracht bis zur EU-Grenze–4–7 €Luftfracht nach Branchenschätzung
Zollwert je Sendung8,82 €14,95–20,06 €70 bis 127 Prozent mehr
Zollwert EU gesamt, 5,88 Mrd. Sendungen51,9 Mrd. €87,9–118,0 Mrd. €

Was ein echter Zoll von 10 Prozent gebracht hätte – EU-weit

Im Szenario bis zu 35 Milliarden Euro Zoll seit 2022

Zoll von 10 Prozent auf Kleinsendungen in der EU, in Milliarden Euro

  • Zoll
  • Obergrenze
Im Szenario bis zu 35 Milliarden Euro Zoll seit 2022Balkendiagramm mit 4 Kategorien und 2 Reihen. Die Achse beginnt bei null und reicht bis 34,7 Mrd. €; der kleinste dargestellte Wert ist 5,2 Mrd. €. Alle Zahlen stehen in der Datentabelle unter der Grafik. Reihen: Zoll, Obergrenze.2025, angemeldeter Wert5,2 (Zoll)2025, Szenario8,811,82022–Juni 2026, angemeldet15,32022–Juni 2026, Szenario25,934,7010203040Angaben in Mrd. €

Eigene Rechnung des Autors auf Basis der EU-Kommission[1]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.

Grenzen der Daten: Erstes Halbjahr 2026 als Hälfte von 2025 angesetzt, amtliche Zahlen fehlen; Szenario mit Unterbewertung und Fracht wie oben. 10 Prozent liegen in der Spanne des Normalzolls für Bekleidung (8 bis 12 Prozent)

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Datentabelle anzeigen4 Zeilen
Werte der Grafik: Im Szenario bis zu 35 Milliarden Euro Zoll seit 2022
Zoll (Mrd. €)Obergrenze (Mrd. €)
2025, angemeldeter Wert5,2–
2025, Szenario8,811,8
2022–Juni 2026, angemeldet15,3–
2022–Juni 2026, Szenario25,934,7

Für Bekleidung aus Textilien nennt der Zoll einen Normalzoll von 8 bis 12 Prozent, für Schuhe aus Kunststoff oder Textil fast 17 Prozent.[20] Von EU-weiten Zöllen profitiert Deutschland auch indirekt: 75 Prozent gehen in den EU-Haushalt und senken die Beiträge der Mitgliedstaaten.[12] Bei 10 Prozent Zoll auf den Wert im Szenario entspräche das einer Entlastung des deutschen EU-Beitrags um 1,4 bis 1,9 Milliarden Euro im Jahr; Deutschland trug 2025 rund 21,5 Prozent der Einzahlungen.[25]

Die 3-€-Lösung: zu spät, wertblind, falsch verteilt

Seit 1. Juli 2026 gilt auf Sendungen bis 150 Euro ein Zoll von 3 Euro je Warenposition, befristet bis 1. Juli 2028.[10] Eine Warenposition sind alle Teile mit derselben Tarifnummer: Fünf T-Shirts kosten 3 Euro, ein T-Shirt und eine Uhr 6 Euro. Ab 1. November soll eine Bearbeitungsgebühr von 2 Euro je Warenposition hinzukommen.[11]

Drei Jahre zu spät. Die Kommission schlug das Ende der Zollfreiheit im Mai 2023 vor.[9] Allein 2024 und 2025 kamen danach über 10 Milliarden Sendungen zollfrei.[1]

Blind für den Warenwert. 3 Euro je Warenposition, egal ob die Ware 5 Euro oder 140 Euro kostet. Wer viel gleichartige Ware in ein Paket packt, zahlt nur einmal.

Das Geld landet am falschen Ort. Zoll und Gebühr zählen zu den Eigenmitteln der EU; 25 Prozent des Zolls behält das Land, das verzollt.[12] Der belgische Zoll erhob in den ersten sieben Wochen 223,7 Millionen Euro.[15] Die Bundesbank nennt diese hohen Erhebungskosten einen „versteckten Rabatt“, von dem vor allem Belgien und die Niederlande profitieren.[14] Die Kommission schlägt vor, den Anteil ab 2028 auf 10 Prozent zu senken.[13]

Fracht und Unterbewertung bleiben ungeprüft. Die Umsatzsteuer hängt weiter am angemeldeten Wert. Der Europäische Rechnungshof hält die Kontrollen in diesem Verfahren für unzureichend.[29]

Sie wirkt – und beweist das Versäumnis. Im dritten Quartal 2026 sank der Umsatz von Temu, Shein und AliExpress in Deutschland um 35,5 Prozent auf 566 Millionen Euro.[7] Ein echter, wertbezogener Zoll hätte das Jahre früher erreicht.

Je wertvoller das Paket, desto größer das Geschenk

Zoll je Paket in Euro: Normalzoll auf Ware plus Fracht gegen die Pauschale von 3 Euro je Warenposition

  • Normalzoll
  • Pauschale
Je wertvoller das Paket, desto größer das GeschenkBalkendiagramm mit 4 Kategorien und 2 Reihen. Die Achse beginnt bei null und reicht bis 17,64 €; der kleinste dargestellte Wert ist 0,56 €. Alle Zahlen stehen in der Datentabelle unter der Grafik. Reihen: Normalzoll, Pauschale.Modeschmuck, 14 €0,563Temu, 2 Warenarten, 41 €4,16Shein-Kleidung, 56 €6,723Jacke, 147 €17,64305101520Angaben in €

Zollsätze: Zoll[20] und TARIC[21]; Pauschale: EU-Verordnung[10]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.

Grenzen der Daten: Zollwert je Paket aus Ware und Fracht: Modeschmuck 9 plus 5 Euro, Temu-Bestellung 35 plus 6 Euro, Shein-Kleidung 50 plus 6 Euro, Jacke 140 plus 7 Euro. Normalzoll 4 Prozent für Modeschmuck, 12 Prozent für Kleidung; 10 Prozent bei der Temu-Bestellung sind eine Annahme. Bei billiger Ware ist die Pauschale höher: Bei 12 Prozent Zoll ist der Normalzoll erst ab 25 Euro Zollwert je Warenposition höher. Ab 1. November kommen 2 Euro Gebühr je Warenposition hinzu

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Datentabelle anzeigen4 Zeilen
Werte der Grafik: Je wertvoller das Paket, desto größer das Geschenk
Normalzoll (€)Pauschale (€)
Modeschmuck, 14 €0,563
Temu, 2 Warenarten, 41 €4,16
Shein-Kleidung, 56 €6,723
Jacke, 147 €17,643

Je höher der wahre Paketwert, desto größer das Geschenk – genau bei Kleidung und Schuhen, wo der deutsche Handel am stärksten leidet.

Was ein deutscher Händler stattdessen bringen würde

Wird dieselbe Ware in Deutschland verkauft, bleibt die Wertschöpfung hier: Löhne, Gewinne, Mieten, Logistik und die Steuern darauf. Im deutschen Einzelhandel entfielen 2024 auf jeden Euro Umsatz 13,4 Cent Personalaufwand.[26] Die Umsatzsteuer wird über Buchführung und Betriebsprüfung gesichert statt über einen angemeldeten Paketwert. Bei Plattformen aus China entstehen Löhne und Gewinne überwiegend außerhalb Deutschlands.

Was 1 Milliarde Euro Umsatz im deutschen Einzelhandel im Land lässt

Modellrechnung für die Handelsstufe, je 1 Milliarde Euro Nettoumsatz, in Millionen Euro

  • Betrag
  • Obergrenze
Was 1 Milliarde Euro Umsatz im deutschen Einzelhandel im Land lässtBalkendiagramm mit 5 Kategorien und 2 Reihen. Die Achse beginnt bei null und reicht bis 190 Mio. €; der kleinste dargestellte Wert ist 6 Mio. €. Alle Zahlen stehen in der Datentabelle unter der Grafik. Reihen: Betrag, Obergrenze.Umsatzsteuer190 (Betrag)Löhne und Gehälter110Sozialbeiträge der Arbeitgeber24Gewinn vor Steuern2030Ertragsteuern69050100150200Angaben in Mio. €

Löhne und Sozialbeiträge: Eurostat, Einzelhandel Deutschland 2024[26]; übrige Werte: Annahmen des Autors. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.

Grenzen der Daten: Umsatzsteuer 19 Prozent; Gewinn vor Steuern als Annahme 2 bis 3 Prozent des Umsatzes; Körperschaft- und Gewerbesteuer rund 30 Prozent des Gewinns. Die IW-Studie erfasst zusätzlich Vorleistungen und Folgeeffekte und kommt deshalb auf höhere Werte

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Datentabelle anzeigen5 Zeilen
Werte der Grafik: Was 1 Milliarde Euro Umsatz im deutschen Einzelhandel im Land lässt
Betrag (Mio. €)Obergrenze (Mio. €)
Umsatzsteuer190–
Löhne und Gehälter110–
Sozialbeiträge der Arbeitgeber24–
Gewinn vor Steuern2030
Ertragsteuern69
Belegte Studien zum Gesamtschaden
StudieErgebnis
IW Consult für den HDE (Deutschland, Temu und Shein)2,4 Mrd. € Wertschöpfung, davon 1,3 Mrd. € im Einzelhandel; 40.558 Arbeitsplätze, davon 28.328 im Einzelhandel; 429 Mio. € Steuern pro Jahr[3]
IW Consult für den HDE, dieselbe Studie2,5 Mrd. € Umsatz entgehen dem Einzelhandel, gesamtwirtschaftlich 5,0 Mrd. € Umsatz[3]
GAW für den Handelsverband Österreich (Temu, AliExpress, Shein)knapp 570 Mio. € Bruttoumsatz, mehr als 170 Mio. € Wertschöpfung, 1.626 Arbeitsplätze[27]

Forderungen an die Bundesregierung

Echter Zoll auf den echten Wert: der reguläre Zollsatz auf Ware plus Fracht, sofort und unbefristet. Die 3 Euro bleiben als Mindestzoll; erhoben wird der höhere Betrag.

Fracht zum Marktpreis: Bei „Versand inklusive“ oder „kostenlosem Versand“ wird ein fester Frachtsatz je Kilogramm in Zollwert und Umsatzsteuer einbezogen.

Das Geld folgt dem Verbraucher: Erhebungskosten und Bearbeitungsgebühr gehen an das Bestimmungsland; die Daten dazu liegen über das Umsatzsteuerverfahren IOSS vor. Im neuen EU-Haushalt ab 2028 sinken die Erhebungskosten auf die tatsächlichen Kosten.

Plattformen haften: als Importeur für Wert, Umsatzsteuer und Produktsicherheit, mit spürbaren Kontrollquoten und Sanktionen.

Transparenz: Die Bundesregierung veröffentlicht jährlich, wie viele Kleinsendungen in Deutschland ankommen, wo sie verzollt wurden und was sie kosten.

Andreas W. HerbCEO MBG Group, Paderborn

METHODIK


Methodik

Mengen und Durchschnittswert stammen von der EU-Kommission (5,88 Milliarden Sendungen 2025, 8,82 Euro je Sendung). Eine amtliche Statistik zum Bestimmungsland der in Belgien oder den Niederlanden verzollten Sendungen gibt es nicht; das Szenario mit 30 bis 35 Prozent ist eine Annahme des Autors, ebenso Unterbewertung, Fracht und Zollsatz.

Die belegte Untergrenze rechnet mit 168 Millionen Paketen von Temu und Shein (460.000 je Tag laut HDE, mal 365) und 3,1 Milliarden Euro Warenwert (3,7 Milliarden Euro Umsatz von Shein, Temu und AliExpress laut bevh, ohne 19 Prozent Umsatzsteuer).

Die Arbeitsplätze, die Wertschöpfung und die Steuern der IW-Studie beruhen auf einer Befragung im Februar 2026 und einer Gegenrechnung. Die Hochrechnung des Papiers auf das Szenario ist nicht übernommen: Die Studie nennt keinen Basisumsatz, und ihr Verhältnis aus einer Käuferbefragung lässt sich nicht auf alle Kleinsendungen übertragen.

Rechtsstand 12. Oktober 2026: Pauschalzoll von 3 Euro seit 1. Juli 2026, Bearbeitungsgebühr ab 1. November 2026 erwartet. Seit Juli sind die Umsätze der Plattformen stark gesunken; die Werte für 2025 beschreiben die Zeit davor.

PRÜFUNG


Was vor der Veröffentlichung geprüft wurde

  • Grundlage ist das Positionspapier der MBG Group vom 12. Oktober 2026. Alle Quellen wurden am 12. Oktober 2026 aufgerufen, alle Rechenwege nachgerechnet.
  • Gegenüber dem Papier entfällt die Hochrechnung auf 200.000 bis 234.000 Arbeitsplätze, weil ihr Basisumsatz nicht aus der IW-Studie stammt. Präzisiert sind die Kontrollquote, Pauschale und Gebühr (je Warenposition), die Frachtpreise, das Zollrecht bei „Versand inklusive“ und das Zitat der Bundesbank.
  • Die Szenarien zu Zoll und Umsatzsteuer beruhen auf Annahmen des Autors. Nicht belegt sind der Anteil Deutschlands von 30 bis 35 Prozent und die Unterbewertung um 30 bis 50 Prozent.
  • Die IW-Studie wird laut HDE derzeit überarbeitet (Quelle 4). Ihre Arbeitsplätze sind eine Gegenrechnung: Stellen, die es gäbe, wenn das Geld im Inland ausgegeben würde.

QUELLEN


Quellen

Jede Nummer im Text führt zu ihrer Quelle. Die Herkunft steht an jedem Eintrag: amtlich, Medienbericht, Verband, Institut oder Datenportal.

  1. [1] EU-Kommission, März 2026

    Goods bought online – facts and figures (Customs Union in numbers 2025)

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  2. [2] Europäisches Parlament, 09.07.2025

    EU targets low-value imports via e-commerce platforms

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  3. [3] IW Consult für den HDE, 17.04.2026

    Temu und Shein – Impact auf die deutsche Wirtschaft (S. 9 bis 16)

    Institut oder Körperschaft↑ zurück zum Text

  4. [4] Handelsverband Deutschland (HDE)

    Temu und Shein (Themenseite mit Hinweis zur Überarbeitung der Studie)

    Verband↑ zurück zum Text

  5. [5] Handelsverband Deutschland (HDE), 23.04.2026

    Aktuelle Studie: Unfairer Wettbewerb mit Temu und Shein kostet deutsche Wirtschaft 2,4 Milliarden Euro im Jahr

    Verband↑ zurück zum Text

  6. [6] bevh, 22.01.2026

    Wachstum im E-Commerce: Lichtblick in der deutschen Wirtschaft

    Verband↑ zurück zum Text

  7. [7] bevh, 08.10.2026

    Nach Abschaffung der Zollfreigrenze: Asiatische Plattformen verlieren deutlich Marktanteile

    Verband↑ zurück zum Text

  8. [8] EU-Kommission

    E-commerce: product compliance and safety (Zollinterventionen je Million Waren)

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  9. [9] EU-Kommission, 17.05.2023

    Vorschlag zur Abschaffung des Schwellenwerts für die Zollbefreiung, COM(2023) 259, Begründung Abschnitt 1

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  10. [10] EU-Kommission, 08.06.2026

    Guidance and legal text: temporary flat fee on low-value imports until 1 July 2028 (Verordnung (EU) 2026/382)

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  11. [11] Irish Revenue, 29.09.2026

    Union Handling Fee of €2 per distinct item from 1 November 2026

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  12. [12] EU-Kommission

    Zölle (traditionelle Eigenmittel, 25 Prozent Erhebungskosten)

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  13. [13] EU-Kommission, 16.07.2025

    Vorschlag für einen Beschluss über das Eigenmittelsystem, COM(2025) 574, Erwägungsgrund 5

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  14. [14] Deutsche Bundesbank, Oktober 2025

    Monatsbericht Oktober 2025: EU-Finanzen und Mehrjähriger Finanzrahmen 2028 bis 2034, Abschnitt 2.3

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  15. [15] Aviation24, 04.09.2026

    EU parcel levy sharply reduces e-commerce traffic at Liège Airport

    Medienbericht↑ zurück zum Text

  16. [16] Europäischer Rat, 14.09.2026

    Notice of meeting and provisional agenda, 15 and 16 October 2026 (CM 6/26)

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  17. [17] Deutscher Bundestag, 09.10.2026

    Regierungserklärung des Bundeskanzlers zum Europäischen Rat (Ankündigung)

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  18. [18] EUR-Lex, 01.07.2026

    Durchführungsverordnung (EU) 2015/2447, Art. 138 und Anhang 23-01, konsolidierte Fassung

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  19. [19] Zoll online

    Voraussetzung für die Berücksichtigung von Beförderungs- und Versicherungskosten

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  20. [20] Zoll online

    Beispiele für Warenarten und deren Einfuhrabgabensätze

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  21. [21] EU-Kommission, 12.10.2026

    TARIC, Maßnahmen für KN 7117 19 00, Ursprung China

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  22. [22] DHL

    Preise und Produkte für Ihren internationalen Versand (Express, Zone 8)

    Institut oder Körperschaft↑ zurück zum Text

  23. [23] Vantage Forwarding

    Temu EU Y2 Mode Explained (Y2 Seller Cost Model)

    Institut oder Körperschaft↑ zurück zum Text

  24. [24] Tech Buzz China, 12.03.2026

    Temu Watch #12: Update on Markets, Advertising & Logistics Strategies

    Medienbericht↑ zurück zum Text

  25. [25] EU-Kommission, 29.09.2026

    EU spending and revenue 2021–2027 (Daten 2000–2025)

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  26. [26] Eurostat, 30.09.2026

    Unternehmen nach Wirtschaftszweigen, Einzelhandel (NACE G47), Deutschland 2024 (sbs_ovw_act)

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

  27. [27] GAW für den Handelsverband Österreich, 05.06.2026

    Temu, AliExpress und Shein und ihre negativen Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft

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  28. [28] Logistik Heute, 23.06.2026

    KEP: Anzahl der Sendungen stieg 2025 auf 4,37 Milliarden (KEP-Studie des BPEX)

    Medienbericht↑ zurück zum Text

  29. [29] Europäischer Rechnungshof, 2025

    Sonderbericht 08/2025: Mehrwertsteuerbetrug bei Einfuhren (Ziff. 59 bis 68)

    Amtliche Quelle↑ zurück zum Text

KORREKTUREN


Korrekturen

Keine Korrekturen seit der Veröffentlichung am 12.10.2026. Jede wesentliche Änderung erscheint hier mit Datum, Grund und altem Wortlaut.

Diese Seite ist Meinung. Unsere Faktenchecks sind es nicht.