MEINUNGKOMMENTARENERGIEPREISE
Deutschland weiß es wieder mal besser als die ganze Welt. Oder doch nicht?
Energiekosten vernichten deutschen Wohlstand und die Industrie.
Von Andreas W. Herb, CEO MBG Group, Paderborn
7 Minuten Lesezeit44 Quellen0 KorrekturenOffenlegung
Teilen
Inhalt
Am 15. April 2023 gingen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 vom Netz, die letzten drei Kernkraftwerke Deutschlands.[1] Neue darf es nicht geben. Das Atomgesetz sagt es ausdrücklich: „Für die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Spaltung von Kernbrennstoffen zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität … werden keine Genehmigungen erteilt.“[2]
Spätestens Ende 2038 soll auch das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gehen; so steht es im Kohleausstiegsgesetz.[3] Deutschland steigt also aus zwei Energiequellen zugleich aus. Die Frage ist, ob das klüger ist als der Weg der anderen. Die Antwort beginnt auf der Stromrechnung.
Strompreise im Vergleich
Haushalte in Deutschland zahlten im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt 38,7 Cent je Kilowattstunde, alle Steuern und Abgaben eingerechnet. In der EU war Strom nur in Irland teurer. Deutsche Haushalte zahlten gut ein Drittel mehr als der EU-Durchschnitt von 29,0 Cent.[4]
Betriebe, die im Jahr 20.000 bis 70.000 Megawattstunden verbrauchen, also mittelgroße Industrie, zahlten 16,0 Cent ohne Mehrwertsteuer: 19 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt und fast doppelt so viel wie in Frankreich.[5] Die Industrie in den USA zahlte 2025 umgerechnet 7,6 Cent, weniger als die Hälfte des deutschen Preises.[6][7]
Haushaltsstrom: In der EU ist nur Irland teurer als Deutschland
Strompreise im zweiten Halbjahr 2025 in Cent je Kilowattstunde. Haushalte mit 2.500 bis 4.999 kWh im Jahr, alle Steuern und Abgaben. Industrie: Nicht-Haushalte mit 20 bis 70 GWh im Jahr, ohne Mehrwertsteuer und erstattungsfähige Abgaben. Auswahl von elf EU-Ländern, EU-Durchschnitt und USA
- Haushalte
- Industrie
Eurostat[4][5]; USA: EIA[6], umgerechnet mit dem EZB-Jahreskurs[7]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.
Grenzen der Daten: USA: Jahresmittel 2025, vorläufig, über alle Kunden eines Sektors; andere Methode, nur als Größenordnung vergleichbar. Österreich: Schätzwert von Eurostat. Bei der Industrie liegt Deutschland in der EU auf Platz 10 von 27. Abgerufen am 9. Oktober 2026.
Grafik als Bild herunterladen (PNG)
Datentabelle anzeigen13 Zeilen
| Haushalte (ct/kWh) | Industrie (ct/kWh) | |
|---|---|---|
| Irland | 40,42 | 19,7 |
| Deutschland | 38,69 | 15,95 |
| Belgien | 34,99 | 13,11 |
| Österreich | 32,72 | 16,32 |
| Tschechien | 32,17 | 16,4 |
| Italien | 29,66 | 16,43 |
| EU-27 | 28,96 | 13,42 |
| Schweden | 27,11 | 7,22 |
| Polen | 27,09 | 16,4 |
| Spanien | 26,69 | 10,85 |
| Frankreich | 25,61 | 8,53 |
| Finnland | 22,54 | 5 |
| USA | 15,31 | 7,63 |
Bei den Industriepreisen ist Deutschland in der EU nicht Spitze: Italien, Polen, Tschechien und Österreich lagen im selben Halbjahr höher.[5] Aber die großen Wettbewerber am Weltmarkt zahlen weniger, allen voran die USA.[6]
2026 ist Haushaltsstrom etwas günstiger geworden, vor allem weil die Netzentgelte um 1,7 Cent gesunken sind. Der BDEW nennt für dieses Jahr bisher im Schnitt 37,0 Cent. Steuern, Abgaben und Umlagen machen davon weiter 12,6 Cent aus, gut ein Drittel des Preises.[8]
Die Welt baut Kernkraftwerke
Weltweit sind 78 Kernreaktoren im Bau, verteilt auf 17 Länder. In Betrieb sind 417 Reaktoren in 31 Ländern. Fast die Hälfte der Neubauten steht in China: 37 Reaktoren.[9]
78 Reaktoren im Bau, fast die Hälfte in China
Kernreaktoren im Bau nach Ländern, Stand 9. Oktober 2026, Anzahl
IAEA, Power Reactor Information System[9]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.
Grenzen der Daten: Je ein Reaktor in Brasilien, Ungarn, Pakistan, der Slowakei, Kanada und Argentinien. Gezählt ab Baubeginn; beschlossene Projekte wie in Polen, Tschechien oder Sizewell C in Großbritannien fehlen noch. Einige Reaktoren stehen seit Jahrzehnten auf „im Bau“, etwa zwei in der Ukraine seit 1986 und 1987.
Grafik als Bild herunterladen (PNG)
Datentabelle anzeigen13 Zeilen
| Reaktoren im Bau (Reaktoren) | |
|---|---|
| China | 37 |
| Indien | 8 |
| Russland | 5 |
| Südkorea | 4 |
| Türkei | 4 |
| Ägypten | 4 |
| Großbritannien | 2 |
| Japan | 2 |
| Bangladesch | 2 |
| Ukraine | 2 |
| Iran | 2 |
| Sechs weitere Länder | 6 |
| Deutschland | 0 |
Auch Europa dreht. Großbritannien hat im Juli 2025 die endgültige Investitionsentscheidung für Sizewell C getroffen, ein Kraftwerk mit 3,2 Gigawatt.[10] Polen hat im Dezember 2025 die Zustimmung der EU-Kommission zur staatlichen Förderung seines ersten Kernkraftwerks bekommen.[11] Tschechien hat im Juni 2025 den Vertrag über zwei neue Blöcke in Dukovany unterschrieben.[12] Schweden fördert neue Reaktoren seit August 2025 per Gesetz.[13]
Selbst Länder mit Ausstiegsbeschluss kehren um. Belgien hat im Mai 2025 sein Gesetz geändert: Seit Juni 2025 heißt es nicht mehr Gesetz über den „schrittweisen Ausstieg“ aus der Kernenergie, sondern Gesetz über die Kernenergie zur Stromerzeugung.[14] Italien hat im September 2026 ein Gesetz beschlossen, mit dem die Regierung den Wiedereinstieg regeln soll.[15] Das Schweizer Parlament will das Neubauverbot aufheben; darüber stimmt die Schweiz voraussichtlich 2027 ab.[16]
Die USA wollen ihre Kernkraft von rund 100 Gigawatt im Jahr 2024 bis 2050 auf 400 Gigawatt vervierfachen; gebaut wird dort derzeit allerdings kein Reaktor.[9][17] Japan will den Anteil der Kernkraft am Strom bis 2040 auf rund 20 Prozent steigern, 2023 waren es 8,5 Prozent.[18]
Auf der Klimakonferenz 2023 haben 25 Staaten erklärt, die Kernkraft weltweit bis 2050 zu verdreifachen, darunter die USA, Frankreich, Großbritannien, Japan, Schweden und Polen.[19] Inzwischen sind es 38, seit 2026 auch China, Belgien und Italien.[20] Deutschland ist nicht dabei.[19][21]
Kohle baut vor allem Asien
Bei der Kohle ist das Bild ein anderes. Weltweit waren Anfang 2026 Kohlekraftwerke mit 243 Gigawatt im Bau, 95 Prozent davon in China und Indien. China allein baut 206 Gigawatt, mehr als das Siebenfache aller deutschen Kohlekraftwerke, die noch in Betrieb sind. 2025 gingen weltweit Kohlekraftwerke mit rund 97 Gigawatt neu ans Netz, 78 davon in China.[22]
Kohlekraftwerke im Bau: 95 Prozent in China und Indien
Leistung der Kohlekraftwerke im Bau nach Ländern in Gigawatt, Stand Januar 2026
Global Energy Monitor, Boom and Bust Coal 2026[22]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.
Grenzen der Daten: Weltweit 242,8 GW. „Übrige Welt“: elf Länder, darunter die Philippinen, Iran und Simbabwe. Erfasst sind Blöcke ab 30 MW. Nach dem Datenstand Juli 2026 sind weltweit rund 260 GW im Bau, ohne Aufteilung nach Ländern.
Grafik als Bild herunterladen (PNG)
Datentabelle anzeigen8 Zeilen
| Im Bau (GW) | |
|---|---|
| China | 206,4 |
| Indien | 23,5 |
| Vietnam | 3,4 |
| Indonesien | 3,1 |
| Bangladesch | 1,3 |
| Russland | 1,3 |
| Übrige Welt | 3,8 |
| Deutschland | 0 |
Wer daraus liest, China setze allein auf Kohle, liest nur die halbe Statistik. 2025 hat China mehr als 430 Gigawatt Wind- und Solarleistung ans Netz gebracht.[23] Der Kohleanteil am chinesischen Strom ist von 70 Prozent im Jahr 2015 auf 54 Prozent im Jahr 2025 gefallen.[24] Weltweit kam 2025 erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Quellen als aus Kohle.[25]
China baut also alles, was Strom liefert: Kohle, Kernkraft, Wind und Sonne. Deutschland setzt auf Wind und Sonne und hat die Kernkraft per Gesetz ausgeschlossen.
Was das die Industrie kostet
Die Folgen zeigen sich zuerst dort, wo Energie der größte Kostenblock ist. Zu den energieintensiven Industriezweigen zählt das Statistische Bundesamt Chemie, Metallerzeugung, Papier, Glas und Keramik sowie Kokereien und Mineralölverarbeitung.[26] Sie produzierten 2025 rund 18 Prozent weniger als 2021. Die übrige Industrie verlor im selben Zeitraum 5 Prozent.[27]
Energieintensive Industrie: rund 18 Prozent weniger Produktion als 2021
Produktionsindex, Jahresmittel, 2021 = 100
- Energieintensive Zweige
- Übrige Industrie
Eigene Rechnung nach Destatis, GENESIS 42153-0001[27]. Grafik aus den Zahlen des Textes neu gezeichnet.
Grenzen der Daten: Jahresmittel der zwölf Monatswerte, Stand 9. Oktober 2026, Werte vorläufig. Übrige Industrie: Industrie ohne Energie, Bau und energieintensive Zweige.
Grafik als Bild herunterladen (PNG)
Datentabelle anzeigen8 Zeilen
| Energieintensive Zweige (Index) | Übrige Industrie (Index) | |
|---|---|---|
| 2018 | 101,5 | 109,3 |
| 2019 | 98,1 | 105,9 |
| 2020 | 94,2 | 95,6 |
| 2021 | 100 | 100 |
| 2022 | 94,2 | 100,9 |
| 2023 | 83,4 | 101,6 |
| 2024 | 83,9 | 95,8 |
| 2025 | 81,6 | 95 |
Von Februar 2022 bis März 2026 sank die Produktion der Chemie um 18 Prozent, bei Glas, Keramik und Zement um 25 Prozent. In den energieintensiven Zweigen arbeiteten im März 2026 rund 53.300 Menschen weniger als im Februar 2022.[26] Im ganzen Verarbeitenden Gewerbe waren 2025 rund 228.000 Menschen weniger erwerbstätig als 2023.[28]
Und die Betriebe planen weiter. Im Energiewende-Barometer der DIHK vom Juli 2026 befassen sich rund 40 Prozent der Industriebetriebe mit einer Verlagerung von Produktion oder Investitionen ins Ausland oder setzen sie schon um, bei großen Industrieunternehmen 60 Prozent. Gefragt wurde nach den energie- und klimapolitischen Bedingungen insgesamt.[29]
ArcelorMittal hat 2025 seine Pläne für klimafreundlichen Stahl in Bremen und Eisenhüttenstadt aufgegeben, trotz zugesagter Förderung von 1,3 Milliarden Euro. Die Strompreise in Deutschland seien hoch, im internationalen Vergleich wie im Vergleich zu den Nachbarländern, schreibt der Konzern. Den nächsten Elektroofen will er im französischen Dünkirchen bauen.[30] BASF schließt in Ludwigshafen seit 2023 mehrere Anlagen, darunter eine von zwei Ammoniakanlagen, und nannte hohe Energiepreise als Belastung.[31]
Das trifft den Wohlstand. Das reale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag 2025 um 0,8 Prozent unter dem Wert von 2019.[32] Die Wirtschaft schrumpfte 2023 um 1,0 Prozent, trat 2024 auf der Stelle und wuchs 2025 um 0,2 Prozent.[33]
Oder doch nicht?
Ein ehrlicher Kommentar zeigt auch die Gegenseite. Deutschland ist nicht allein: Spanien will bis 2035 alle Kernkraftwerke abschalten, hat die Laufzeit von Almaraz aber gerade bis 2030 verlängert.[34] Taiwan hat im Mai 2025 seinen letzten Reaktor abgeschaltet; der Betreiber hat im März 2026 einen Plan zur Wiederinbetriebnahme eingereicht.[9][35]
Neue Kernkraftwerke sind keine schnelle Lösung. Polen will den ersten nuklearen Beton Ende 2028 gießen, Strom soll ab 2036 fließen.[36] Frankreichs sechs neue Reaktoren sollen ab 2038 laufen und nach Plan 72,8 Milliarden Euro kosten, in Preisen von 2020; die endgültige Investitionsentscheidung steht noch aus.[37] Manche Projekte stehen seit Jahrzehnten auf „im Bau“.[9]
Nicht jeder Rückgang der Industrie hat mit Energie zu tun. Für die Exportwirtschaft nennt das Statistische Bundesamt 2025 höhere US-Zölle, die Aufwertung des Euro und stärkere Konkurrenz aus China.[38]
Und die Bundesregierung hat gegengesteuert. Seit Januar 2026 zahlt das Produzierende Gewerbe nur noch den EU-Mindestsatz der Stromsteuer.[39] Der Bund hat 2026 die Übertragungsnetzentgelte mit 6,5 Milliarden Euro bezuschusst.[40] Die Gasspeicherumlage ist abgeschafft.[41] Einen Industriestrompreis für die Jahre 2026 bis 2028 mit einem Zielpreis von 5 Cent je Kilowattstunde hat die EU-Kommission im April 2026 genehmigt; beantragt und ausgezahlt wird ab 2027, rückwirkend für 2026.[42]
Dazu kommt 2026 ein neuer Preisschub von außen. Bei den Erzeugerpreisen war Energie im August 2026 um 8,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor; Mineralölerzeugnisse kosteten wegen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten 40,5 Prozent mehr.[43]
Mein Schluss: Die Welt ist nicht dümmer als Deutschland
Die Gegenargumente sind richtig. Sie ändern das Ergebnis nicht. Deutsche Haushalte zahlen die zweithöchsten Strompreise der EU, die Industrie zahlt rund doppelt so viel wie in den USA, und die energieintensiven Betriebe schrumpfen schneller als der Rest der Wirtschaft. Gleichzeitig hält es an einem gesetzlichen Neubauverbot für Kernkraftwerke fest, während Belgien seinen Ausstieg aus dem Gesetz streicht, Italien den Wiedereinstieg vorbereitet und das Schweizer Parlament sein Verbot aufheben will.
Ich verlange nicht, dass Deutschland morgen Reaktoren baut. Ich verlange, dass es aufhört, sich klüger zu fühlen als der Rest der Welt. Drei Dinge wären ein Anfang.
Erstens: Strompreise sind eine Standortfrage. Der Zuschuss zu den Netzentgelten und der Industriestrompreis sind befristet. Wer heute über eine Fabrik für zwanzig Jahre entscheidet, braucht Preise, mit denen er rechnen kann.
Zweitens: Das Neubauverbot im Atomgesetz gehört gestrichen. Ob sich ein Kraftwerk rechnet, sollen Investoren entscheiden, nicht ein Satz im Gesetz. Das Verbot schreckt Ingenieure, Hersteller und Geldgeber neuer, kleinerer Reaktortypen ab, bevor sie überhaupt rechnen.
Drittens: Der Kohleausstieg 2038 steht im Gesetz. Das Gesetz lässt 2026, 2029 und 2032 prüfen, ob er schon 2035 möglich ist.[44] Vorgezogen werden sollte er nur, wenn bezahlbarer und sicherer Ersatz am Netz ist.
Weiß Deutschland es besser als die ganze Welt? Die Zahlen sagen: nein. Die Welt baut, was Strom bezahlbar und sicher macht. Deutschland sollte wieder dazugehören.
Andreas W. HerbCEO MBG Group, Paderborn
PRÜFUNG
Was vor der Veröffentlichung geprüft wurde
- Alle 44 Quellen wurden am 9. Oktober 2026 aufgerufen. Werte aus Datenbanken (Eurostat, IAEA PRIS, Destatis GENESIS) sind direkt aus deren Schnittstellen gelesen, nicht aus Grafiken abgeschrieben.
- Strompreise (Quellen 4 und 5): zweites Halbjahr 2025, Datenstand 7. und 8. Oktober 2026. Das erste Halbjahr 2026 ist bei Eurostat noch unvollständig, der EU-Durchschnitt fehlt; es ist deshalb nicht verwendet. Für Österreich meldet Eurostat einen Schätzwert.
- Der Platz Deutschlands bei den Nicht-Haushalten hängt von der Verbrauchsklasse ab: Platz 3 von 27 bei 500 bis 2.000 MWh im Jahr, Platz 4 bei 2.000 bis 20.000 MWh, Platz 10 bei 20.000 bis 70.000 MWh. Die Grafik zeigt die letzte Klasse, die auch der BDEW für die mittelgroße Industrie verwendet (Quelle 8).
- USA (Quellen 6 und 7): Die Jahreswerte 2025 der EIA sind vorläufig und beruhen auf Umsatz geteilt durch Absatz über alle Kunden eines Sektors, ohne Verbrauchsklassen. Umgerechnet ist mit dem EZB-Jahresdurchschnitt 2025 von 1,12998 Dollar je Euro. Der Vergleich zeigt eine Größenordnung, keinen exakt gleich abgegrenzten Preis.
- Reaktoren (Quelle 9): PRIS zählt einen Reaktor ab Baubeginn. Beschlossene Projekte ohne Baubeginn, etwa in Polen, Tschechien oder Sizewell C, fehlen deshalb in der Grafik. PRIS führt Taiwan unter China; die 37 Reaktoren im Bau liegen auf dem chinesischen Festland.
- Erklärung zur Verdreifachung der Kernkraft (Quellen 19 bis 21): 38 Staaten nennt das französische Wirtschaftsministerium im März 2026, 39 der Branchenverband World Nuclear Association im September 2026. Deutschland steht in keiner der Listen.
- Kohle (Quelle 22): Länderwerte nach dem Global Coal Plant Tracker, Stand Januar 2026, Blöcke ab 30 MW. Nach dem Datenstand Juli 2026 sind weltweit rund 260 Gigawatt im Bau; eine Aufteilung nach Ländern dazu war nicht abrufbar.
- Produktion (Quelle 27): Jahresmittel der zwölf Monatswerte, eigene Rechnung. Destatis selbst nennt kalenderbereinigt minus 17,8 Prozent für 2025 gegenüber 2021; beides ergibt „rund 18 Prozent“.
- Ursachen: Die Quellen nennen neben Energiepreisen weitere Gründe für die Schwäche der Industrie, etwa schwache Nachfrage, Importe, US-Zölle und den Wechselkurs (Quellen 30, 31 und 38). Der Kommentar behauptet keinen alleinigen Zusammenhang; der Abschnitt „Oder doch nicht?“ nennt die Gegenargumente.
QUELLEN
Quellen
Jede Nummer im Text führt zu ihrer Quelle. Die Herkunft steht an jedem Eintrag: amtlich, Medienbericht, Verband, Institut oder Datenportal.
[1] Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), Stand 17.04.2023
Isar 2, Emsland & Neckarwestheim 2Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[2] Bundesrecht (gesetze-im-internet.de)
Atomgesetz (AtG), § 7 Genehmigung von Anlagen, Absatz 1 Satz 2Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[3] Bundesrecht (gesetze-im-internet.de)
Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG), § 4 Zielniveau und ZieldatumAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[4] Eurostat, Datenstand 08.10.2026
Strompreise für Haushalte, Halbjahresdaten (nrg_pc_204), 2.500 bis 4.999 kWh, alle Steuern und AbgabenDatenportal↑ zurück zum Text
[5] Eurostat, Datenstand 07.10.2026
Strompreise für Nicht-Haushalte, Halbjahresdaten (nrg_pc_205), 20.000 bis 69.999 MWh, ohne Mehrwertsteuer und erstattungsfähige AbgabenDatenportal↑ zurück zum Text
[6] U.S. Energy Information Administration (EIA), 24.09.2026
Electric Power Monthly, Table 5.3: Average Price of Electricity to Ultimate CustomersAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[7] Europäische Zentralbank
Referenzkurs US-Dollar je Euro, JahresdurchschnittAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[8] BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, 21.08.2026
BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026: Haushalte und IndustrieVerband↑ zurück zum Text
[9] Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA), abgerufen 09.10.2026
Power Reactor Information System (PRIS): Reaktoren in Betrieb und im Bau nach LändernDatenportal↑ zurück zum Text
[10] Regierung des Vereinigten Königreichs
Sizewell CAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[11] Ministerstwo Energii (Polen), 09.12.2025
Sukces polskiego rządu: Komisja Europejska daje zielone światło dla budowy pierwszej polskiej elektrowni jądrowejAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[12] Ministerstvo průmyslu a obchodu (Tschechien), 04.06.2025
EPC contract for completion of Dukovany has been signedAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[13] Regeringskansliet (Schweden), 23.12.2025
Videberg Kraft AB ansöker om statligt stöd för att bygga kärnkraftAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[14] Belgisches Justizministerium, Datenbank Justel, Fassung vom 05.06.2025
Loi du 31 janvier 2003 sur l'énergie nucléaire à des fins de production industrielle d'électricité, geltende Fassung mit Änderung vom 17.05.2025Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[15] Camera dei deputati (Italien), 30.09.2026
Legge 29 settembre 2026, n. 169: Delega al Governo in materia di energia nucleare sostenibileAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[16] Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), 23.06.2026
Sichere StromversorgungAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[17] The White House, 23.05.2025
Ordering the Reform of the Nuclear Regulatory CommissionAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[18] Ministry of Economy, Trade and Industry (Japan), 18.02.2025
Cabinet Decision on the Seventh Strategic Energy PlanAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[19] U.S. Department of Energy, 01.12.2023
At COP28, Countries Launch Declaration to Triple Nuclear Energy Capacity by 2050Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[20] Ministère de l'Économie (Frankreich), 11.03.2026
Sommet pour l'énergie nucléaire : 38 pays en faveur du triplement des capacités d'ici 2050Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[21] World Nuclear Association, 08.09.2026
Togo endorses global Declaration to Triple Nuclear EnergyVerband↑ zurück zum Text
[22] Global Energy Monitor, Mai 2026
Boom and Bust Coal 2026Institut oder Körperschaft↑ zurück zum Text
[23] Nationale Energiebehörde der Volksrepublik China (NEA), 12.02.2026
2025年可再生能源并网运行情况 (Netzanschluss erneuerbarer Energien 2025)Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[24] Ember, 21.04.2026
Global Electricity Review 2026: Major Countries and RegionsInstitut oder Körperschaft↑ zurück zum Text
[25] Ember, 21.04.2026
Global Electricity Review 2026Institut oder Körperschaft↑ zurück zum Text
[26] Statistisches Bundesamt (Destatis), 15.05.2026
Energieintensive Industriezweige mit Produktionsrückgang um 15,2 % von Februar 2022 bis März 2026Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[27] Statistisches Bundesamt (Destatis), Datenstand 09.10.2026
GENESIS-Tabelle 42153-0001: Produktionsindex für das Verarbeitende GewerbeDatenportal↑ zurück zum Text
[28] Statistisches Bundesamt (Destatis), Stand 18.08.2026
Erwerbstätige und Arbeitnehmer nach WirtschaftsbereichenAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[29] Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), 27.07.2026
Energiewende-Barometer 2026Verband↑ zurück zum Text
[30] ArcelorMittal, 19.06.2025
ArcelorMittal Europe urges faster implementation of Steel and Metals Action PlanInstitut oder Körperschaft↑ zurück zum Text
[31] BASF, 24.02.2023
BASF zeigt Widerstandskraft in einem schwierigen Marktumfeld und setzt Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit umInstitut oder Körperschaft↑ zurück zum Text
[32] Statistisches Bundesamt (Destatis), Datenstand 09.10.2026
GENESIS-Tabelle 81000-0001: Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigt, je Einwohner (Kettenindex)Datenportal↑ zurück zum Text
[33] Statistisches Bundesamt (Destatis), Stand 30.09.2026
Wichtige gesamtwirtschaftliche Größen: Bruttoinlandsprodukt, preisbereinigtAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[34] Boletín Oficial del Estado (Spanien), 14.08.2026
Orden TED/864/2026, de 12 de agosto, por la que se concede la renovación de la autorización de explotación de la Central Nuclear Almaraz, Unidades I y IIAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[35] Wirtschaftsministerium Taiwan (MOEA), 27.03.2026
Taiwan Power Company Plan to resume operation of No. 3 Nuclear Plant delivered to Nuclear Safety Commission for reviewAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[36] Pomorski Urząd Wojewódzki (Polen), 31.03.2026
Wniosek o zezwolenie na budowę elektrowni jądrowej złożonyAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[37] Élysée (Frankreich), 12.03.2026
Cinquième Conseil de politique nucléaireAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[38] Statistisches Bundesamt (Destatis), 15.01.2026
Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 um 0,2 % gewachsenAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[39] Deutscher Bundestag
Stromsteuer soll auf EU-Mindeststeuersatz gesenkt werdenAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[40] Deutscher Bundestag, 08.10.2026
Strompreissenkung durch Zuschuss zu den ÜbertragungsnetzkostenAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[41] Die Bundesregierung
Abschaffung der GasspeicherumlageAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[42] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 16.04.2026
Industriestrompreis wird eingeführt – Europäische Kommission genehmigt das Entlastungsinstrument für die energieintensive IndustrieAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
[43] Statistisches Bundesamt (Destatis), 18.09.2026
Erzeugerpreise im August 2026: +4,6 % gegenüber August 2025Amtliche Quelle↑ zurück zum Text
[44] Bundesrecht (gesetze-im-internet.de)
Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG), § 47 Überprüfungen vorzeitiger StilllegungenAmtliche Quelle↑ zurück zum Text
KORREKTUREN
Korrekturen
Keine Korrekturen seit der Veröffentlichung am 09.10.2026. Jede wesentliche Änderung erscheint hier mit Datum, Grund und altem Wortlaut.
Diese Seite ist Meinung. Unsere Faktenchecks sind es nicht.