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ABSTIMMUNGDEUTSCHLAND ENTSCHEIDETFRAGE 98

Soll Deutschland die militärische Unterstützung der Ukraine ausweiten, auf dem bisherigen Niveau fortführen oder reduzieren?

Nach Angaben der Bundesregierung hat Deutschland der Ukraine seit Februar 2022 militärische Unterstützung von rund 57,6 Milliarden Euro geleistet oder für kommende Jahre bereitgestellt. Für 2027 plant sie 11,61 Milliarden Euro ein. Soll die Unterstützung ausgeweitet, fortgeführt oder reduziert werden?

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Teil der Reihe DEUTSCHLAND ENTSCHEIDET: Thema 20: Außenpolitik, Verteidigung und internationale Verantwortung · Ergebnisse ansehen

VOR DER STIMME


Die Fakten

Das Grundgesetz bestimmt: „Zur Kriegführung bestimmte Waffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden.“ [1] Die Einzelheiten regelt das Kriegswaffenkontrollgesetz. Einen Anspruch auf Genehmigung gibt es nicht. Sie ist zu versagen, wenn die Gefahr besteht, dass die Waffen bei einer friedensstörenden Handlung verwendet werden, insbesondere bei einem Angriffskrieg. [2] Zuständig ist die Bundesregierung. Für die Bundeswehr kann sie die Befugnis dem Verteidigungsministerium übertragen. [3] Grundsatzfragen und wesentliche Einzelfälle der Rüstungsexportkontrolle berät seit dem 01.01.2026 der Nationale Sicherheitsrat unter Vorsitz des Bundeskanzlers. Er hat den Bundessicherheitsrat abgelöst und kann geheim tagen. [4]

Nach Angaben der Bundesregierung hat Deutschland der Ukraine von Februar 2022 bis zum 30.06.2026 militärische Unterstützung von rund 57,6 Milliarden Euro geleistet oder für die kommenden Jahre bereitgestellt. Darin ist auch der Wert abgegebenen Materials der Bundeswehr enthalten. [5] Im Haushalt steht das Geld vor allem in einem eigenen Titel zur Ertüchtigung völkerrechtswidrig angegriffener Staaten. Ertüchtigung heißt, Partner mit Ausrüstung und Ausbildung zu stärken. Für 2025 waren 8,26 Milliarden Euro angesetzt, ausgegeben wurden 8,43 Milliarden Euro. [6][7] Für 2026 sind 11,55 Milliarden Euro angesetzt. Der Regierungsentwurf für 2027 sieht 11,61 Milliarden Euro vor. Er würde zudem Verträge über bis zu 8,70 Milliarden Euro erlauben, die von 2028 bis 2031 zu zahlen wären. [7] Der Bundestag soll den Haushalt 2027 am 27.11.2026 beschließen. [8] Eine Liste einzelner Waffenlieferungen führt die Bundesregierung seit 2025 nicht mehr fort. [9]

Das Kiel Institut für Weltwirtschaft zählt in seiner Auswertung vom Oktober 2026 nur nachprüfbare Hilfe, die geliefert oder für eine Lieferung festgelegt ist. Bis Ende August 2026 kommt es für Deutschland auf 30,8 Milliarden Euro, davon rund vier Fünftel militärisch. Damit liegt Deutschland nach den USA mit 115,4 Milliarden Euro auf Platz zwei, in Europa auf Platz eins. Gemessen an der Wirtschaftsleistung liegt es auf Platz zwölf, hinter kleineren Staaten wie Dänemark, Norwegen und Schweden. Seit Anfang 2025 gibt Deutschland nach dieser Rechnung mehr als jeder andere Staat. Die USA leisten seitdem kaum noch neue Hilfe. [9] Beim NATO-Gipfel am 08.07.2026 sagten Kanada und die europäischen Verbündeten der Ukraine 70 Milliarden Euro militärische Unterstützung für 2026 zu. 2027 wollen sie mindestens ebenso viel leisten. [10]

Nach Angaben des Auswärtigen Amts vom 13.08.2026 hat die Ukraine wiederholt ihre Bereitschaft zu einem sofortigen Waffenstillstand signalisiert. Russland halte an Maximalforderungen fest. Im Fall eines Waffenstillstands ist Deutschland bereit, zur Sicherheit der Ukraine beizutragen, etwa mit Sicherheitsgarantien und Beiträgen in der Koalition der Willigen. [10] Bei einem Telefonat am 12.10.2026 waren sich Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj laut Bundesregierung einig, „dass es nun an Russland liege, einem Waffenstillstand für die gesamte Energieinfrastruktur zuzustimmen“. [11]

Das Auswärtige Amt begründet die Unterstützung so: „Wenn Russland mit seinen Angriffen aufhört, ist der Krieg zu Ende.“ [10] Laut Finanzministerium bleibt die Unterstützung 2027 „auf hohem Niveau“. [12] Im Bundestag sagte der CDU/CSU-Abgeordnete Jan-Wilhelm Pohlmann am 08.07.2026, es gehe nicht nur um möglichst viel Geld, sondern um den gezielten Einsatz der Hilfe. Der SPD-Abgeordnete Johannes Schraps nannte die Unterstützung im Haushaltsentwurf 2027 „fest verankert“. [13] Die Grünen-Fraktion forderte in einem Antrag, die Hilfe am Bedarf der Ukraine auszurichten und auszubauen, auch mit Taurus-Marschflugkörpern. [14] Der Bundestag lehnte ihn am selben Tag mit 510 zu 79 Stimmen ab. CDU/CSU, AfD, SPD und Linke stimmten dagegen. [13] Die AfD-Fraktion forderte im Januar 2026, „alle Waffen- und Rüstungsgüterlieferungen an die Ukraine sofort einzustellen“. Deutschland solle eine Vermittlung anbieten. [15] Die Linke lehnt in ihrem Wahlprogramm 2025 Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete ab. Sie will mit China, Brasilien und anderen Staaten Verhandlungen erreichen. [16] Das Kiel Institut empfiehlt, geleistete Hilfe und Zusagen getrennt auszuweisen. [9] Das Friedensgutachten 2026 von vier Forschungsinstituten empfiehlt rechtsverbindliche Sicherheitsgarantien. Sie sollen Russland nach einem Waffenstillstand keinen Anreiz zu neuer Gewalt geben. [17]

ABSTIMMEN


Ihre Stimme

Soll Deutschland die militärische Unterstützung der Ukraine ausweiten, auf dem bisherigen Niveau fortführen oder reduzieren?

Im Bundeshaushalt 2026 sind 11,55 Milliarden Euro für die Unterstützung der Ukraine bei ihrer Verteidigung angesetzt. Der Regierungsentwurf für 2027 sieht 11,61 Milliarden Euro vor. Beschlossen ist er noch nicht. „Ausweiten“ heißt mehr als heute, etwa mehr Geld, mehr Munition oder weitere Waffensysteme. „Fortführen“ heißt etwa so viel wie heute. „Reduzieren“ heißt weniger als heute, bis hin zu einem Ende der Waffenlieferungen. Wählen Sie die Richtung, die Ihrer Meinung insgesamt am nächsten kommt.

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Das Ergebnis

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So zählen wir

Dies ist ein Stimmungsbild unserer Leserinnen und Leser, keine repräsentative Umfrage. Wer abstimmt, entscheidet selbst, ob er teilnimmt. Das Ergebnis sagt deshalb nicht, was alle Menschen in Deutschland denken.

Abstimmen können Sie einmal am Tag, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse. Dafür merkt sich Ihr Browser den Tag Ihrer Stimme, und je Internetanschluss zählen wir am Tag höchstens 20 Stimmen. Gespeichert wird nur, wie viele Stimmen jede Antwort hat. Wer wie abgestimmt hat, speichern wir nicht.

Während die Abstimmung läuft, zeigen wir nur die Anteile, und zwar ab 50 Stimmen; vorher wäre ein Zwischenstand Zufall. Die Zahl der Stimmen geben wir am Ende der Abstimmung bekannt.

Wer es darauf anlegt, kann die Sperre umgehen, etwa mit einem zweiten Gerät. Ganz ausschließen lässt sich Manipulation bei offenen Online-Abstimmungen nicht.

BELEGE


Quellen

  1. [1] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    Art. 26 Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

    Amtliche Quelle

  2. [2] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 6 Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen: Versagung der Genehmigung

    Amtliche Quelle

  3. [3] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 11 Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen: Genehmigungsbehörden

    Amtliche Quelle

  4. [4] Deutscher Bundestag, 02.09.2025

    Unterrichtung durch die Bundesregierung: Einsetzung des Kabinettausschusses Nationaler Sicherheitsrat und Geschäftsordnung des Nationalen Sicherheitsrates, Drucksache 21/1460

    Amtliche Quelle

  5. [5] Bundesregierung, 30.06.2026

    Bilaterale Unterstützungsleistungen der Bundesregierung für die Ukraine und Menschen aus der Ukraine, Stand 30.06.2026

    Amtliche Quelle

  6. [6] Bundesministerium der Finanzen, 2025

    Bundeshaushaltsplan 2025, Einzelplan 60, Kapitel 6002, Titel 687 06, S. 35

    Amtliche Quelle

  7. [7] Bundesministerium der Finanzen, 06.07.2026

    Entwurf zum Bundeshaushaltsplan 2027, Einzelplan 60, Kapitel 6002, Titel 687 03 und 687 06, S. 35 bis 37

    Amtliche Quelle

  8. [8] Deutscher Bundestag, 20.08.2026

    Der Weg zum Bundeshaushalt 2027 vom Entwurf zum Beschluss

    Amtliche Quelle

  9. [9] Kiel Institut für Weltwirtschaft (Mellace, Nishikawa, Trebesch, Frey, Goffi), Oktober 2026

    How much aid has Germany given to Ukraine? Kiel Policy Brief 217

    Institut oder Körperschaft

  10. [10] Auswärtiges Amt, 13.08.2026

    Deutschland steht fest an der Seite der Menschen in der Ukraine

    Amtliche Quelle

  11. [11] Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 12.10.2026

    Pressemitteilung 182: Bundeskanzler Merz telefoniert mit dem ukrainischen Staatspräsidenten Selenskyj

    Amtliche Quelle

  12. [12] Bundesministerium der Finanzen, 06.07.2026

    Pressemitteilung 12/2026: Bundeshaushalt 2027: Für ein starkes und krisenfestes Deutschland

    Amtliche Quelle

  13. [13] Deutscher Bundestag, 08.07.2026

    Plenarprotokoll 21/88, Beratung und namentliche Abstimmung über Drucksache 21/6912, S. 10809 bis 10819 und Ergebnis

    Amtliche Quelle

  14. [14] Deutscher Bundestag, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, 07.07.2026

    Antrag „Den russischen Krieg gegen die Ukraine beenden – Die Ukraine jetzt zusätzlich militärisch und humanitär stärken“, Drucksache 21/6912

    Amtliche Quelle

  15. [15] Deutscher Bundestag, Fraktion der AfD, 27.01.2026

    Antrag „Realistische Friedensziele formulieren – Deutsche Leistungen an die Ukraine prüfen und Korruption verfolgen“, Drucksache 21/3839

    Amtliche Quelle

  16. [16] Die Linke, Januar 2025

    Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025, S. 21 und 23

    Institut oder Körperschaft

  17. [17] BICC, IFSH, INEF und PRIF, 08.06.2026

    Friedensgutachten 2026: Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen, Fokus Friedensübergänge, Empfehlungen, S. 22

    Institut oder Körperschaft