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ABSTIMMUNGDEUTSCHLAND ENTSCHEIDETFRAGE 82

Soll Deutschland öffentliche Investitionen in eigene KI-Technologien und digitale Infrastruktur erhöhen?

Die Bundesregierung will die Rechenkapazität für künstliche Intelligenz bis 2030 mindestens vervierfachen. Die Gigabitstrategie von 2022 sieht bis dahin überall Glasfaser bis ins Haus vor. Ende 2025 lag Glasfaser bei 48,9 Prozent der Haushalte an.

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Teil der Reihe DEUTSCHLAND ENTSCHEIDET: Thema 17: Digitalisierung und künstliche Intelligenz · Ergebnisse ansehen

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Die Fakten

Die Bundesregierung hat sich in ihrer Hightech Agenda Deutschland vom Juli 2025 ein Ziel gesetzt: Bis 2030 sollen zehn Prozent der Wirtschaftsleistung auf Grundlage künstlicher Intelligenz, kurz KI, erwirtschaftet werden. Mindestens eine der geplanten europäischen KI-Gigafabriken soll nach Deutschland kommen. [1] Nach der Rechenzentrumsstrategie vom März 2026 hatten die Rechenzentren in Deutschland 2025 geschätzt 2.980 Megawatt Anschlussleistung. Gemessen wird die elektrische Leistung der Rechner. Rund 500 Megawatt davon entfielen auf KI. Bis 2030 will die Regierung die Kapazität mindestens verdoppeln und die für KI mindestens vervierfachen. Die Kapazitäten sollen gemeinsam mit dem Markt wachsen. Dafür will die Regierung die Bedingungen verbessern, etwa bei Stromanschlüssen, Flächen und Genehmigungen. [2] Nach der Gigabitstrategie des Bundes von 2022 soll bis 2030 überall Glasfaser bis ins Haus und der neueste Mobilfunkstandard verfügbar sein. Zwischenziel war, bis Ende 2025 mindestens jedem zweiten Haushalt Glasfaser zur Verfügung zu stellen. [3]

Den Breitbandausbau tragen nach Angaben der Bundesregierung zu 90 Prozent private Unternehmen auf eigene Kosten. Fördergeld fließt nur dorthin, wo Unternehmen absehbar nicht selbst ausbauen. Das wird vorher in einem Markterkundungsverfahren geprüft, wie es das EU-Beihilferecht verlangt. Das Geld erhalten Gemeinden, Landkreise oder Zweckverbände. Seit Beginn der laufenden Wahlperiode hat der Bund nach eigenen Angaben vom April 2026 rund 1,84 Milliarden Euro bewilligt und rund 1,16 Milliarden Euro ausgezahlt. [4] Ende 2025 lag Glasfaser bei 48,9 Prozent der Privathaushalte an. [5] Mitgezählt sind Haushalte, an deren Gebäude die Leitung vorbeiführt und deren Hausanschluss mit geringem Aufwand nachgeholt werden kann. [6] Mindestens 1.000 Megabit pro Sekunde konnten 80,8 Prozent der Haushalte bekommen, auch über das Fernsehkabelnetz. [5]

Den Etat des Digitalministeriums für 2027 hat der Bundestag am 08.09.2026 in erster Lesung beraten. Neben dem regulären Haushalt gibt es das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität, einen eigenen Topf. Darin sieht der Regierungsentwurf für 2027 rund 9,04 Milliarden Euro für Investitionen in die Digitalisierung vor, nach knapp 6 Milliarden Euro 2026. Dazu zählen auch Titel anderer Ministerien, etwa für Mikroelektronik. Für den Breitbandausbau sind rund 2,61 Milliarden Euro eingeplant, 2026 waren es rund 2,26 Milliarden Euro. Für den Mobilfunkausbau sinkt der Ansatz von 200 auf 150 Millionen Euro. Für Bürgerkonto, Infrastruktur und KI in Verwaltung und Wirtschaft steigt er von 256 auf rund 495 Millionen Euro. Der Wirtschaftsplan begründet das auch damit, dass Geld aus 2025 nicht abgeflossen ist. Im regulären Etat des Digitalministeriums sinkt der Titel für souveräne Dateninfrastruktur, Datenverfügbarkeit und KI von 89 auf 81,2 Millionen Euro. Die Zuschüsse für innovative KI-Anwendungen steigen von rund 26 auf 35,2 Millionen Euro. [7]

Die EU hat am 30.07.2026 eine Ausschreibung für bis zu sieben KI-Gigafabriken veröffentlicht. Das sind große Rechenzentren, in denen Unternehmen, Forschung und Behörden fortgeschrittene KI-Modelle trainieren und betreiben können. EU und beteiligte Staaten geben dafür zusammen bis zu 10 Milliarden Euro. Die Staaten zahlen jeweils so viel wie die EU. Die Kommission erwartet, dass private Geldgeber mindestens 20 Milliarden Euro beisteuern. Deutschland ist einer von 18 beteiligten Staaten. Bewerbungen sind bis zum 12.11.2026 möglich, die Auswahl wird Anfang 2027 erwartet. [8] Die Kommission schätzt die Kosten für den Aufbau einer Gigafabrik auf 4 bis 5 Milliarden Euro. Nach Angaben der Bundesregierung vom April 2026 hat der Bund im Sondervermögen 805 Millionen Euro als Vorsorge für einen Beitrag zu einer Gigafabrik in Deutschland eingeplant. Betreiben sollen sie private Unternehmen. Der Bund will weder Partner im Konsortium werden noch Anteile halten. [9]

Private Geldgeber investierten 2025 nach dem AI Index der Universität Stanford 3,89 Milliarden US-Dollar in KI-Unternehmen in Deutschland. In Frankreich waren es 4,36 Milliarden, in Großbritannien 5,90 Milliarden und in den USA 285,88 Milliarden US-Dollar. Staatliches Geld ist darin nicht enthalten. [10]

Was dafür spricht

  • Digitalminister Karsten Wildberger, CDU, sagte im Bundestag: „Bei künstlicher Intelligenz entscheidet sich, wo künftig Wachstum und Wertschöpfung entstehen.“ Wirtschaft, Verwaltung und Sicherheit dürften dabei nicht dauerhaft von anderen abhängen. Er kündigte an, die Rechenkapazität für KI bis 2030 mindestens zu vervierfachen. [11]
  • Die Expertenkommission Forschung und Innovation sieht Deutschland und Europa bei der Entwicklung von KI-Modellen hinter den USA und China. Sie empfiehlt Fördergeld für eine Zusammenarbeit europäischer Unternehmen an einem quelloffenen KI-Grundmodell. EU und Mitgliedstaaten sollten es dauerhaft als feste Abnehmer unterstützen. Daneben brauche es dringend private Investitionen. [12]
  • Die Grünen-Abgeordnete Jeanne Dillschneider begrüßt den Zuwachs im Digitaletat. Sie bedauert, dass nur ein kleiner Teil für Investitionen vorgesehen ist. Ausgerechnet der Titel für souveräne Dateninfrastruktur und KI sinke: „der Anspruch wächst, aber der Titel schrumpft“. Deutschland dürfe den Zugang zu Schlüsseltechnologien nicht aus der Hand geben. [11]

Was dagegen spricht

  • Der AfD-Abgeordnete Ruben Rupp teilt das Ziel, Deutschland zu einem führenden KI-Land zu machen. Geld allein schaffe aber keine funktionierende digitale Verwaltung. Mehr Mittel für die Verwaltungsdigitalisierung gebe es, weil vorhandenes Geld nicht vollständig abgerufen worden sei: „Unser Problem ist nicht mehr allein fehlendes Geld.“ Solange der Strom für Rechenzentren ungeklärt und teuer sei, blieben große private Investitionen aus. [11]
  • Der Verband der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt, VATM, zieht eine kritische Bilanz der Glasfaserförderung. Das Förderregime habe die Ausbaudynamik insgesamt „eher gebremst als angereizt“. Von rund 40 Milliarden Euro, die Bund, Länder und Kommunen in zehn Jahren bereitgestellt hätten, seien erst rund 30 Prozent verbaut. Das Fördervolumen solle wie bisher höchstens 1 Milliarde Euro pro Jahr betragen. [13]
  • Der Bundesrechnungshof bemängelt die Steuerung der Ausgaben aus dem Sondervermögen. Die Bundesregierung müsse messbare Ziele festlegen. Das Bundesinnenministerium habe Geld für Vorhaben zu digitalen Identitäten ausgegeben, deren Wirtschaftlichkeit nicht belegt war. Für das Ende 2023 abgebrochene Projekt Smart-eID, eine Ausweisfunktion für das Smartphone, waren es über 90 Millionen Euro. Das Digitalministerium hat zugesagt, die Wirtschaftlichkeit seiner Projekte künftig zu untersuchen. [14]

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Wer es darauf anlegt, kann die Sperre umgehen, etwa mit einem zweiten Gerät. Ganz ausschließen lässt sich Manipulation bei offenen Online-Abstimmungen nicht.

BELEGE


Quellen

  1. [1] Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Juli 2025

    Hightech Agenda Deutschland

    Amtliche Quelle

  2. [2] Bundesregierung, 19.03.2026

    Unterrichtung: Rechenzentrumsstrategie, Drucksache 21/4910

    Amtliche Quelle

  3. [3] Bundesregierung, 05.07.2023

    Gigabitausbau nimmt Fahrt auf

    Amtliche Quelle

  4. [4] Bundesregierung, 07.04.2026

    Antwort „Stand und Steuerung des Glasfaser-, Mobilfunk- und satellitengestützten Breitbandausbaus in Deutschland“, Drucksache 21/5274

    Amtliche Quelle

  5. [5] Bundesnetzagentur und Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, 31.12.2025

    Daten zur Breitbandverfügbarkeit in Deutschland aus dem Breitbandatlas, Stand Ende 2025

    Datenportal

  6. [6] Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, Mai 2025

    Bericht zum Stand des Glasfaserausbaus in Deutschland

    Amtliche Quelle

  7. [7] Deutscher Bundestag, 08.09.2026

    Digitaletat steigt auf 1,44 Milliarden Euro (Textarchiv, erste Lesung Einzelplan 24)

    Amtliche Quelle

  8. [8] Europäische Kommission, 30.07.2026

    EU veröffentlicht Ausschreibung von KI-Gigafabriken zur Steigerung der Rechenkapazität Europas und zur Mobilisierung von Investitionen von mehr als 30 Mrd. EUR, Pressemitteilung IP/26/1708

    Amtliche Quelle

  9. [9] Bundesregierung, 07.04.2026

    Antwort „Pläne für eine europäische KI-Gigafabrik in Deutschland“, Drucksache 21/5271

    Amtliche Quelle

  10. [10] Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence, 2026

    AI Index Report 2026, Chapter 4: Economy

    Institut oder Körperschaft

  11. [11] Deutscher Bundestag, 08.09.2026

    Plenarprotokoll 21/91

    Amtliche Quelle

  12. [12] Expertenkommission Forschung und Innovation, Februar 2026

    Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands 2026, Kurzfassung

    Institut oder Körperschaft

  13. [13] Verband der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM), 13.03.2026

    VATM-Positionspapier zur Förderung des Glasfaserausbaus

    Verband

  14. [14] Bundesrechnungshof, 22.10.2025

    Bericht nach § 88 Absatz 2 BHO zu den Beratungen zum Entwurf des Wirtschaftsplans 2026 für das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK)

    Amtliche Quelle