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ABSTIMMUNGDEUTSCHLAND ENTSCHEIDETFRAGE 78

Soll der weitere Ausbau erneuerbarer Energien stärker staatlich gefördert, auf heutigem Niveau unterstützt oder weniger gefördert werden?

2025 zahlte der Bund 16,5 Milliarden Euro, um Strom aus erneuerbaren Energien zu fördern. Die Bundesregierung will die feste Vergütung für neue kleine Solaranlagen ab 2027 abschaffen, beschlossen ist das noch nicht. Soll der weitere Ausbau stärker gefördert, auf heutigem Niveau unterstützt oder weniger gefördert werden?

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Teil der Reihe DEUTSCHLAND ENTSCHEIDET: Thema 16: Energie und Klimaschutz · Ergebnisse ansehen

VOR DER STIMME


Die Fakten

Der Bund regelt die Förderung von Ökostrom im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Betreiber von Anlagen haben 20 Jahre lang Anspruch auf eine Zahlung. [1] Für größere Wind- und Solaranlagen legt die Bundesnetzagentur in Ausschreibungen fest, wer gefördert wird und welcher Wert je Kilowattstunde gilt. [2] Gezahlt wird im Wesentlichen der Unterschied zwischen diesem Wert und dem Börsenpreis des Stroms. [3] Kleine Anlagen bis 100 Kilowatt können stattdessen eine feste Einspeisevergütung bekommen. [4] Eine Solaranlage auf dem Dach bis 10 Kilowatt, die von August bis Dezember 2026 in Betrieb geht, erhält 7,70 Cent je eingespeister Kilowattstunde, wenn der Besitzer einen Teil des Stroms selbst verbraucht. [5] Die Förderung ist eine staatliche Beihilfe. Die Genehmigung der EU-Kommission für das geltende Gesetz endet am 31.12.2026. [3]

Seit 2023 gibt es keine EEG-Umlage auf den Strompreis mehr. Die Kosten trägt der Bund, seit 2025 aus dem regulären Haushalt, vorher aus einem Sondertopf. [3][7] 2024 zahlte er 18,5 Milliarden Euro, 2025 waren es 16,5 Milliarden Euro. [8][7] Für 2026 sind 16,16 Milliarden Euro veranschlagt, für 2027 plant die Regierung 16,5 Milliarden Euro. [7]

2025 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bei 55,1 Prozent, 2024 bei 54,4 Prozent. [9] Nach dem Gesetz sollen es 2030 mindestens 80 Prozent sein. [10] Für 2030 nennt das Gesetz 115 Gigawatt Windkraft an Land und 215 Gigawatt Solarleistung. [11] Ende 2025 waren fast 120 Gigawatt Solarleistung installiert. [9]

Die Bundesregierung will die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen abschaffen. Eingespeister Strom soll künftig am Markt verkauft werden. Die Förderung neuer Anlagen unter 25 Kilowatt, vor allem kleiner Solaranlagen, soll weitgehend enden. [3] Kleine Anlagen, die bis Ende 2030 in Betrieb gehen, sollen übergangsweise drei Jahre lang eine Zahlung erhalten, bei Solarstrom 5,2 Cent je Kilowattstunde. [3][12] Anlagen ab 100 Kilowatt sollen Geld zurückzahlen, wenn der Marktwert ihres Stroms im Jahr über dem zugesagten Wert liegt. Die Regierung hält am Ziel von 80 Prozent fest und plant 12 Gigawatt zusätzliche Ausschreibungen für Windräder an Land. Für die neu geförderten Anlagen erwartet sie Kosten, die von 0,04 Milliarden Euro 2027 auf 4,6 Milliarden Euro 2032 steigen. Für bestehende Anlagen soll im Grundsatz das bisherige Recht weiter gelten. [3] Beschlossen ist das Gesetz noch nicht (Stand 14.10.2026). [5] Es soll am 01.01.2027 in Kraft treten. Die Förderregeln dürfen erst gelten, wenn die EU-Kommission sie genehmigt hat. [3] Der Bundesrat verlangt, die Übergangszahlung zu verlängern und zu erhöhen. Die Bundesregierung lehnt das ab. [12]

Die Bundesregierung begründet die Pläne damit, kleine Solaranlagen seien „aufgrund gesunkener Kosten oft bereits ohne zusätzliche Förderung wirtschaftlich, sofern sie hohe Eigenverbrauchsanteile realisieren können“. [3] Der Bundesverband der Deutschen Industrie begrüßt, dass die Ausbauziele bleiben und neue Anlagen ihren Strom am Markt verkaufen sollen. Förderkosten sollen aus seiner Sicht begrenzt und Überförderung vermieden werden. [13] Die Deutsche Industrie- und Handelskammer ist für den weiteren Ausbau, warnt aber vor „einem Teufelskreis stetig steigender Systemkosten“. Kommt die Rückzahlungspflicht, soll nach ihrem Vorschlag die Förderdauer für neue Anlagen bis 2045 schrittweise sinken, bis keine neuen Ansprüche mehr entstehen. [6] Die AfD will das Gesetz abschaffen und mit dem frei werdenden Geld Energiesteuern senken. [14] Der Deutsche Gewerkschaftsbund hält die staatliche Absicherung des Ausbaus weiter für notwendig. Der Bundesverband Erneuerbare Energie will die Einspeisevergütung für kleine Dachanlagen erhalten. [6] Der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt: „Die Risiken des Wechsels von Einspeisevergütung auf Direktvermarktung dürfen nicht auf private Haushalte gewälzt werden.“ [15] Die Grünen wollen die Einspeisevergütung für Dachanlagen beibehalten und gewerbliche Solaranlagen besser vergüten. [16] Die Linke will die Förderung für Solaranlagen auf Gebäuden erhalten. [17]

ABSTIMMEN


Ihre Stimme

Soll der weitere Ausbau erneuerbarer Energien stärker staatlich gefördert, auf heutigem Niveau unterstützt oder weniger gefördert werden?

„Heute“ meint die Regeln, die 2026 für neue Anlagen gelten: 20 Jahre Förderung, Ausschreibungen für große Wind- und Solaranlagen und eine feste Vergütung für kleine Anlagen. Stärker fördern heißt etwa höhere Sätze oder mehr Ausschreibungen. Weniger fördern heißt etwa niedrigere Sätze, kürzere Laufzeiten oder ein Ende der Förderung. Die geplante Reform verbindet beides: mehr Ausschreibungen für Windräder an Land, weniger Förderung für kleine Solaranlagen. Wählen Sie die Richtung, die Ihrer Meinung insgesamt am nächsten kommt.

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Das Ergebnis

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METHODE


So zählen wir

Dies ist ein Stimmungsbild unserer Leserinnen und Leser, keine repräsentative Umfrage. Wer abstimmt, entscheidet selbst, ob er teilnimmt. Das Ergebnis sagt deshalb nicht, was alle Menschen in Deutschland denken.

Abstimmen können Sie einmal am Tag, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse. Dafür merkt sich Ihr Browser den Tag Ihrer Stimme, und je Internetanschluss zählen wir am Tag höchstens 20 Stimmen. Gespeichert wird nur, wie viele Stimmen jede Antwort hat. Wer wie abgestimmt hat, speichern wir nicht.

Während die Abstimmung läuft, zeigen wir nur die Anteile, und zwar ab 50 Stimmen; vorher wäre ein Zwischenstand Zufall. Die Zahl der Stimmen geben wir am Ende der Abstimmung bekannt.

Wer es darauf anlegt, kann die Sperre umgehen, etwa mit einem zweiten Gerät. Ganz ausschließen lässt sich Manipulation bei offenen Online-Abstimmungen nicht.

BELEGE


Quellen

  1. [1] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 25 Erneuerbare-Energien-Gesetz: Beginn, Dauer und Beendigung des Anspruchs

    Amtliche Quelle

  2. [2] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 22 Erneuerbare-Energien-Gesetz: Wettbewerbliche Ermittlung der Marktprämie

    Amtliche Quelle

  3. [3] Deutscher Bundestag, 07.09.2026

    Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes für einen planbaren, kosteneffizienten, netzverträglichen und marktorientierten Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor, Drucksache 21/7867

    Amtliche Quelle

  4. [4] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 21 Erneuerbare-Energien-Gesetz: Einspeisevergütung und Mieterstromzuschlag

    Amtliche Quelle

  5. [5] Bundesnetzagentur, Stand 14.10.2026

    EEG-Förderung und -Fördersätze

    Amtliche Quelle

  6. [6] Deutscher Bundestag, Ausschuss für Wirtschaft und Energie, 05.10.2026

    Anhörung zu Vorlagen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG 2027

    Amtliche Quelle

  7. [7] Bundesministerium der Finanzen

    Entwurf zum Bundeshaushaltsplan 2027, Einzelplan 60, Kapitel 6002 Titel 683 07: Zuschüsse zur Entlastung beim Strompreis

    Amtliche Quelle

  8. [8] Übertragungsnetzbetreiber (Netztransparenz)

    Aktuelle Angaben zu den Einnahmen- und Ausgabenpositionen nach Anlage 1 EnFG, Stand 31. Dezember 2024

    Datenportal

  9. [9] Umweltbundesamt, 05.03.2026

    Erneuerbare Energien in Deutschland: Wachstum 2025 verhalten

    Amtliche Quelle

  10. [10] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 1 Erneuerbare-Energien-Gesetz: Ziel des Gesetzes

    Amtliche Quelle

  11. [11] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 4 Erneuerbare-Energien-Gesetz: Ausbaupfad

    Amtliche Quelle

  12. [12] Deutscher Bundestag, 30.09.2026

    Unterrichtung durch die Bundesregierung: Stellungnahme des Bundesrates und Gegenäußerung der Bundesregierung zu Drucksache 21/7867, Drucksache 21/8298

    Amtliche Quelle

  13. [13] Bundesverband der Deutschen Industrie, 22.07.2026

    EEG 2027 – Stellungnahme zum Referentenentwurf

    Verband

  14. [14] Deutscher Bundestag, Fraktion der AfD, 22.09.2026

    Entwurf eines Gesetzes zur Abschaffung des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz-Abschaffungsgesetz – EEGAG), Drucksache 21/8108

    Amtliche Quelle

  15. [15] Verbraucherzentrale Bundesverband, 23.07.2026

    EEG-Reform: Was sich für Solaranlagen ändern soll

    Verband

  16. [16] Deutscher Bundestag, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, 22.09.2026

    Antrag „Energiewende gemeinsam gestalten – Für ein Erneuerbare-Energien-Gesetz mit fairen Chancen für alle“, Drucksache 21/8119

    Amtliche Quelle

  17. [17] Deutscher Bundestag, Fraktion Die Linke, 08.09.2026

    Antrag „Auf Kürzungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz verzichten – Zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Wind- und Solarwirtschaft ausbauen – Bezahlbaren Strom aus Sonne und Wind für alle ermöglichen“, Drucksache 21/7907

    Amtliche Quelle