Zum Inhalt springen

ABSTIMMUNGDEUTSCHLAND ENTSCHEIDETFRAGE 76

Welches Gewicht sollen Klimaschutz, Energiepreise und Versorgungssicherheit bei der Energiepolitik erhalten?

Das Energiewirtschaftsgesetz nennt eine sichere, preisgünstige und treibhausgasneutrale Versorgung als Ziele, ohne Rangfolge. Haushalte zahlten im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 37,97 Cent je Kilowattstunde Strom, die Treibhausgase sanken 2025 um 0,1 Prozent. Welches Ziel soll das größte Gewicht haben?

Läuft

Teil der Reihe DEUTSCHLAND ENTSCHEIDET: Thema 16: Energie und Klimaschutz · Ergebnisse ansehen

VOR DER STIMME


Die Fakten

Zweck des Energiewirtschaftsgesetzes ist eine „möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente, umweltverträgliche und treibhausgasneutrale“ Versorgung mit Strom und Gas. Eine Rangfolge der Ziele nennt das Gesetz nicht. [1] Das Klimaschutzgesetz verlangt, die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 65 Prozent und bis 2040 um mindestens 88 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Bis 2045 soll Deutschland nicht mehr ausstoßen, als der Atmosphäre wieder entzogen wird. [2] Nach dem Bundesverfassungsgericht verpflichtet das Grundgesetz den Staat zum Klimaschutz. Das Klimaschutzgebot „genießt keinen unbedingten Vorrang gegenüber anderen Belangen“. Sein Gewicht in der Abwägung wächst aber mit fortschreitendem Klimawandel. [3]

Klimaschutz: 2025 gab Deutschland nach einer ersten Schätzung rund 649 Millionen Tonnen Treibhausgase ab, umgerechnet in die Wirkung von Kohlendioxid. Das waren 0,1 Prozent weniger als 2024 und 48 Prozent weniger als 1990. Auf die Energiewirtschaft entfielen 189,1 Millionen Tonnen. Nach der Vorausschau des Umweltbundesamts sinken die Emissionen bis 2030 um 62,6 Prozent. Sie beruht auf dem Stand vom November 2025. [4] Am 25.03.2026 hat das Bundeskabinett ein Klimaschutzprogramm mit 67 Maßnahmen beschlossen. Sie sollen im Jahr 2030 zusätzlich mehr als 25 Millionen Tonnen einsparen. [5]

Energiepreise: Private Haushalte zahlten im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 37,97 Cent je Kilowattstunde Strom. Das waren 6,4 Prozent weniger als im Halbjahr davor; ein wichtiger Grund war ein Zuschuss des Bundes zu den Netzentgelten. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 war der Preis 16,4 Prozent höher. Großverbraucher mit mehr als 150.000 Megawattstunden im Jahr zahlten nach vorläufigen Zahlen 12,67 Cent ohne abziehbare Steuern, 43,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2021. [6] Für 2026 bis 2028 können Betriebe aus Branchen mit erheblichem Risiko der Abwanderung ins Ausland einen Ausgleich beantragen, den Industriestrompreis. Er richtet sich nach einem Zielpreis von 5 Cent je Kilowattstunde. Im Gegenzug müssen sie mindestens die Hälfte des Betrags in die Senkung ihres CO₂-Ausstoßes investieren. [7]

Versorgungssicherheit: 2024 war ein Stromkunde im Schnitt 11,7 Minuten ohne Strom, 2023 waren es 12,8 Minuten. Gezählt werden ungeplante Unterbrechungen von mehr als drei Minuten, ohne Ereignisse höherer Gewalt. [8] Damit die Versorgung bis 2035 gesichert bleibt, braucht es nach der Bundesnetzagentur bis zu 22,4 Gigawatt neue Leistung, die sich nach Bedarf zuschalten lässt, etwa Kraftwerke. Kommt die Energiewende langsamer voran, sind es bis zu 35,5 Gigawatt. [9] Ein Gesetz, das seit dem 22.07.2026 gilt, sieht dafür 2026 zwei Ausschreibungen über je 4,5 Gigawatt vor und im Mai 2027 eine über 2 Gigawatt. [10] Die gesetzliche Vorgabe, die Gasspeicher zum 01.11.2025 zu zusammen 70 Prozent zu füllen, war nach der Bundesnetzagentur erfüllt. [11]

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU will „Verlässlichkeit, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Kostentragfähigkeit des Energiesystems“ ins Zentrum rücken. [12] Bundesumweltminister Carsten Schneider von der SPD will Deutschland mit Klimaschutz unabhängiger von Öl- und Gasimporten machen. [5] Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert ein besseres Gleichgewicht von Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Krisenfestigkeit; die europäischen Klimaziele sollten flexibel sein. [13] Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hält erneuerbare Energien für sauber und günstig und kritisiert Milliarden an Subventionen für neue Gaskraftwerke. [14] Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert, die Stromsteuer für private Haushalte und die Umlagen auf den Strompreis zu senken. [15] Die AfD will alle Klimaschutzmaßnahmen beenden, um die Energiekosten zu senken; alle anderen Fraktionen lehnten das am 24.09.2026 ab. [16] Das Gesetz zu den neuen Kraftwerken beschlossen CDU/CSU und SPD gegen AfD, Grüne und Linke. Die Grünen lehnen neue Gaskraftwerke ohne glaubwürdigen Plan zur Umstellung auf Wasserstoff ab. Die Linke will Speichern Vorrang vor Gaskraftwerken geben. [17]

ABSTIMMEN


Ihre Stimme

Welches Gewicht sollen Klimaschutz, Energiepreise und Versorgungssicherheit bei der Energiepolitik erhalten?

Wählen Sie das Ziel, das Vorrang haben soll, wenn sich nicht alle drei zugleich erreichen lassen. Wer keinem Ziel Vorrang geben will, wählt „Alle drei gleich gewichten“.

LIVE


Das Ergebnis

Noch kein Zwischenstand. Stand

Aktualisiert sich alle 15 Sekunden.

METHODE


So zählen wir

Dies ist ein Stimmungsbild unserer Leserinnen und Leser, keine repräsentative Umfrage. Wer abstimmt, entscheidet selbst, ob er teilnimmt. Das Ergebnis sagt deshalb nicht, was alle Menschen in Deutschland denken.

Abstimmen können Sie einmal am Tag, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse. Dafür merkt sich Ihr Browser den Tag Ihrer Stimme, und je Internetanschluss zählen wir am Tag höchstens 20 Stimmen. Gespeichert wird nur, wie viele Stimmen jede Antwort hat. Wer wie abgestimmt hat, speichern wir nicht.

Während die Abstimmung läuft, zeigen wir nur die Anteile, und zwar ab 50 Stimmen; vorher wäre ein Zwischenstand Zufall. Die Zahl der Stimmen geben wir am Ende der Abstimmung bekannt.

Wer es darauf anlegt, kann die Sperre umgehen, etwa mit einem zweiten Gerät. Ganz ausschließen lässt sich Manipulation bei offenen Online-Abstimmungen nicht.

BELEGE


Quellen

  1. [1] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 1 Energiewirtschaftsgesetz: Zweck und Ziele des Gesetzes

    Amtliche Quelle

  2. [2] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 3 Bundes-Klimaschutzgesetz: Nationale Klimaschutzziele

    Amtliche Quelle

  3. [3] Bundesverfassungsgericht, 24.03.2021

    Beschluss des Ersten Senats, 1 BvR 2656/18 u. a. (Klimaschutz), Leitsatz 2

    Amtliche Quelle

  4. [4] Umweltbundesamt, 14.03.2026

    Pressemitteilung 08/2026: Treibhausgasdaten zeigen: Klimaschutz braucht neuen Schub

    Amtliche Quelle

  5. [5] Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 25.03.2026

    Klimaschutzprogramm 2026 macht Deutschland moderner und unabhängiger von Öl und Gas

    Amtliche Quelle

  6. [6] Statistisches Bundesamt, 30.09.2026

    Pressemitteilung 345: Strom- und Gaspreise für Haushalte im 1. Halbjahr 2026 gesunken

    Datenportal

  7. [7] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

    Industriestrompreis

    Amtliche Quelle

  8. [8] Bundesnetzagentur, 09.10.2025

    Versorgungsunterbrechungen Strom in 2024 gegenüber Vorjahr gesunken

    Amtliche Quelle

  9. [9] Bundesnetzagentur, 03.09.2025

    Veröffentlichung des Versorgungssicherheitsmonitorings

    Amtliche Quelle

  10. [10] Bundesgesetzblatt, 21.07.2026

    Gesetz zur Sicherung der Versorgungssicherheit Strom und zur Bereitstellung neuer Kapazitäten und zur Änderung der Besonderen Gebührenverordnung BNetzA, BGBl. 2026 I Nr. 210a, §§ 4 und 5 StromVKG

    Amtliche Quelle

  11. [11] Bundesnetzagentur

    Rückblick: Gasversorgung im Jahr 2025, Abschnitt Speicherfüllstände

    Amtliche Quelle

  12. [12] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 15.09.2025

    Monitoringbericht zur Energiewende vorgelegt – Bundesministerin Katherina Reiche schlägt zehn Schlüsselmaßnahmen vor

    Amtliche Quelle

  13. [13] Bundesverband der Deutschen Industrie, 09.10.2025

    Klimakongress: Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz müssen in bessere Balance

    Verband

  14. [14] Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, 22.04.2026

    BUND kritisiert „Teurer-Strom-Gesetze“ aus dem Hause Reiche

    Verband

  15. [15] Verbraucherzentrale Bundesverband, 10.04.2026

    Untersuchung: Versprochene Entlastung für Verbraucher:innen bei Strompreisen bleibt aus

    Verband

  16. [16] Deutscher Bundestag, 24.09.2026

    Bundestag lehnt Vorlage zur Senkung der Energiekosten ab (Antrag der AfD, Drucksache 21/5322)

    Amtliche Quelle

  17. [17] Deutscher Bundestag, 09.07.2026

    Bundestag beschließt Sicherung der Stromversorgung (mit den Anträgen 21/6369 und 21/6360)

    Amtliche Quelle