ABSTIMMUNGDEUTSCHLAND ENTSCHEIDETFRAGE 74
Soll die Förderung von Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur ausgeweitet, beibehalten oder reduziert werden?
Für neue E-Autos, die seit Januar 2026 zugelassen werden, gibt es eine Kaufprämie, bis zu 6.000 Euro für Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen. Beantragen lässt sie sich seit Mai 2026. Bis zum 01.10.2026 wurden 97.790 Anträge bewilligt. Soll die Förderung von E-Autos und Ladepunkten ausgeweitet, beibehalten oder reduziert werden?
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Teil der Reihe DEUTSCHLAND ENTSCHEIDET: Thema 15: Infrastruktur und Mobilität · Ergebnisse ansehen
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Die Fakten
Private Haushalte bekommen eine Kaufprämie für neue E-Autos, die sie kaufen oder leasen und die ab dem 01.01.2026 erstmals zugelassen werden. Für ein reines E-Auto gibt es je nach Einkommen und Zahl der Kinder 3.000 bis 6.000 Euro, für bestimmte Plug-in-Hybride 1.500 bis 4.500 Euro. Ein Plug-in-Hybrid hat zusätzlich einen Verbrennungsmotor. Der Haushalt darf höchstens 80.000 Euro im Jahr zu versteuern haben, mit Kindern bis zu 90.000 Euro. Die Prämie gilt für reine E-Autos bei Zulassung bis Ende 2029, für Plug-in-Hybride bis zum 30.06.2027. [1] Für die Jahre 2026 bis 2029 stehen dafür 3 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit, einem Sondertopf des Bundes. [2] Sind die Mittel aufgebraucht, werden keine Anträge mehr bewilligt. [1]
Reine E-Autos, die bis zum 31.12.2030 erstmals zugelassen werden, sind zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis zum 31.12.2035. [3] Wer einen Dienstwagen auch privat fährt, versteuert dafür jeden Monat 1 Prozent des Listenpreises. Bei reinen E-Autos bis 100.000 Euro Listenpreis, angeschafft bis Ende 2030, zählt davon nur ein Viertel. [4] Unternehmen dürfen 75 Prozent des Kaufpreises reiner E-Autos, die sie vom 01.07.2025 bis zum 31.12.2027 anschaffen, schon im ersten Jahr als Kosten vom Gewinn abziehen. [5] Für Ladepunkte an Mehrparteienhäusern stellt das Verkehrsministerium seit dem 15.04.2026 bis zu 500 Millionen Euro bereit, höchstens 2.000 Euro je Stellplatz. [6]
2025 wurden in Deutschland 545.142 reine E-Autos neu zugelassen, 19,1 Prozent aller neuen Pkw. [7] Im September 2026 waren es 88.599 oder 34,5 Prozent. [8] Anträge sind seit dem 19.05.2026 möglich. Bis zum 01.10.2026 bewilligte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 97.790 Anträge auf die Prämie und zahlte 432 Millionen Euro aus. 51.209 Bewilligungen gingen an Haushalte mit höchstens 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. [9] Am 01.09.2026 waren 157.762 öffentlich zugängliche Normalladepunkte und 56.572 Schnellladepunkte in Betrieb, zusammen 214.334. [10]
Nach geltendem EU-Recht müssen neue Pkw ab 2035 emissionsfrei sein, also 100 Prozent weniger CO2 ausstoßen als 2021. Die EU-Kommission schlug am 16.12.2025 vor, das Ziel auf 90 Prozent zu senken. Den Rest sollen die Hersteller etwa über erneuerbare Kraftstoffe und CO2-armen Stahl aus der EU ausgleichen. [11] Beschlossen ist das noch nicht. Das Europäische Parlament plant seine Abstimmung im Plenum vorläufig für den 23.11.2026. [12]
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagt, das Programm habe die Erwartungen weit übertroffen: „Besonders wichtig ist mir, dass die soziale Staffelung wirkt.“ [13] Für die Unionsfraktion sind Plug-in-Hybride eine gute Möglichkeit für den Umstieg. [14] Der Verband der Automobilindustrie nennt die Prämie einen grundsätzlich positiven Schritt. Er schlägt vor, bei der Überprüfung 2027 auch Gebrauchtwagen zu berücksichtigen. Vor allem verlangt er eine bessere Ladeinfrastruktur und günstigeren Ladestrom. [15] Die Grünen wollen nur noch emissionsfreie Autos fördern, mit Preisobergrenzen, engeren Einkommensgrenzen und einem Konzept für gebrauchte E-Autos. Die Linke setzt weniger auf den Kauf und will ein vergünstigtes Leasing mit Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds. [14] Die Deutsche Umwelthilfe sieht in der Prämie ein Geschenk an die Autohersteller, das Käufer nicht zu klimafreundlicheren Autos lenke. Sie kritisiert vor allem die Förderung von Plug-in-Hybriden und schweren E-SUV. [16] Der Bund der Steuerzahler nennt die Prämie eine neue Subvention. Er erwartet, dass auch Käufer gefördert werden, die ohnehin gekauft hätten, und dass Käufe nur vorgezogen werden. Er will lieber die Infrastruktur ausbauen und die Stromsteuer für alle senken. [17] Die AfD schreibt in ihrem Wahlprogramm: „Die heutige einseitige Bevorzugung von Elektromobilität ist sofort zu stoppen, ebenso die Finanzierung der Ladeinfrastruktur aus öffentlichen Mitteln.“ [18]
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Wer es darauf anlegt, kann die Sperre umgehen, etwa mit einem zweiten Gerät. Ganz ausschließen lässt sich Manipulation bei offenen Online-Abstimmungen nicht.
BELEGE
Quellen
[1] Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 19.05.2026, veröffentlicht 19.06.2026
Bekanntmachung der Richtlinie zur sozial gestaffelten Förderung der Anschaffung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen (E-Auto-Förderung), BAnz AT 19.06.2026 B3Amtliche Quelle
[2] Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Stand 20.05.2026
Fragen und Antworten zur E-Auto-FörderungAmtliche Quelle
[3] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
§ 3d Kraftfahrzeugsteuergesetz: Steuerbefreiung für ElektrofahrzeugeAmtliche Quelle
[4] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
§ 6 Einkommensteuergesetz: Bewertung, Absatz 1 Nummer 4Amtliche Quelle
[5] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
§ 7 Einkommensteuergesetz: Absetzung für Abnutzung oder Substanzverringerung, Absatz 2aAmtliche Quelle
[6] Bundesministerium für Verkehr, 15.04.2026
BMV startet Förderprogramm Laden im MehrparteienhausAmtliche Quelle
[7] Kraftfahrt-Bundesamt, 06.01.2026
Pressemitteilung 01/2026: Fahrzeugzulassungen im Dezember 2025, JahresbilanzDatenportal
[8] Kraftfahrt-Bundesamt, 05.10.2026
Pressemitteilung 41/2026: Fahrzeugzulassungen im September 2026Datenportal
[9] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, 01.10.2026
Zwischenbericht zur E-Auto-Förderung, Stand 1. Oktober 2026Datenportal
[10] Bundesnetzagentur, Stand 01.09.2026
Elektromobilität: Öffentliche LadeinfrastrukturDatenportal
[11] Wissenschaftlicher Dienst des Europäischen Parlaments (EPRS), Februar 2026
Revision of CO2 emission performance standards for new light-duty vehicles and vehicle labelling (EU Legislation in Progress, PE 782.664)Institut oder Körperschaft
[12] Europäisches Parlament, Legislative Observatory, Stand 14.10.2026
Verfahren 2025/0420(COD): CO2 emission performance standards for new light duty vehicles and vehicle labellingAmtliche Quelle
[13] Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 05.10.2026
E-Auto-Förderung des Bundesumweltministeriums erreicht Marke von 100.000 Bewilligungen (Pressemitteilung 124/26)Amtliche Quelle
[14] Deutscher Bundestag, 24.06.2026
Grünen-Antrag zur Förderung reiner E-Autos abgelehnt (hib 515/2026)Amtliche Quelle
[15] Verband der Automobilindustrie, 18.01.2026
VDA Statement regarding Electric Car Funding ProgramVerband
[16] Deutsche Umwelthilfe, 19.01.2026
Deutsche Umwelthilfe zu reaktivierten Kaufprämien für E-Autos und klimaschädliche Plug-In-Hybride: Milliardenschweres Geschenk für die AutoherstellerVerband
[17] Bund der Steuerzahler Deutschland, 20.01.2026
Neue Prämie für E-Autos? Lieber Infrastruktur ausbauen und Stromsteuer senken!Verband
[18] Alternative für Deutschland, Januar 2025
Programm zur Bundestagswahl 2025, S. 43Institut oder Körperschaft