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ABSTIMMUNGDEUTSCHLAND ENTSCHEIDETFRAGE 71

Welche Verkehrsinfrastruktur soll in den kommenden zehn Jahren bei öffentlichen Investitionen Vorrang erhalten?

Im Verkehrsetat und im Sondervermögen stehen 2026 zusammen rund 35 Milliarden Euro für Investitionen bereit. Zugleich sind viele Brücken, Stellwerke und Schleusen alt oder sanierungsbedürftig. Welcher Verkehrsweg soll in den kommenden zehn Jahren zuerst Geld bekommen?

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Teil der Reihe DEUTSCHLAND ENTSCHEIDET: Thema 15: Infrastruktur und Mobilität · Ergebnisse ansehen

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Die Fakten

Für Autobahnen und Bundesstraßen, für das Schienennetz der bundeseigenen Eisenbahnen und für die Bundeswasserstraßen ist der Bund zuständig. [1] Wer den öffentlichen Nahverkehr organisiert, bestimmt das Landesrecht. [2] Der Bundesverkehrswegeplan 2030 aus dem Jahr 2016 sah für die Verkehrswege des Bundes bis 2030 Investitionen von 269,6 Milliarden Euro vor. 69 Prozent davon waren für Erhalt und Ersatz bestimmt. Auf die Straße entfielen 49,3 Prozent, auf die Schiene 41,6 Prozent und auf die Wasserstraße 9,1 Prozent. [1]

2024 investierte der Bund 27,2 Milliarden Euro in seine Verkehrswege: 16,1 Milliarden in die Schiene, 9,7 Milliarden in die Fernstraßen und 1,4 Milliarden in die Wasserstraßen. Davon flossen 14,2 Milliarden in den Erhalt und 5,1 Milliarden in Neu- und Ausbau. [1] Für 2026 sind im Verkehrsetat Investitionen von 13,48 Milliarden Euro vorgesehen. Hinzu kommen rund 22 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität: 16,3 Milliarden für den Erhalt der Schienenwege, 2,45 Milliarden für das europäische Zugsicherungssystem ERTMS und 3,25 Milliarden für Brücken und Tunnel der Fernstraßen. Der Entwurf für 2027 sieht 12,76 und 17,72 Milliarden Euro vor. Erstmals sind darin 1,2 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für die Wasserstraßen eingeplant. [3][4]

Straße: Der Bund ist für 40.264 Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen zuständig. Ihr Zustand wird mit Noten von 1,0 bis 4,0 bewertet. Im März 2026 hatten rund 11 Prozent der Brückenfläche die Note 3,0 oder schlechter, also einen nicht ausreichenden oder ungenügenden Zustand. Eine Note von 3,0 bis 3,4 bedeutet nicht zwingend, dass die Nutzung eingeschränkt wird. [5][6] Auf den wichtigsten Autobahnstrecken sind etwa 4.000 Brücken vordringlich zu modernisieren. [1] Die Kämmereien der Kommunen schätzen ihren Investitionsrückstand bei Straßen und Verkehrsinfrastruktur auf 54 Milliarden Euro. [7] Schiene: Die DB InfraGO, die Infrastruktursparte der Deutschen Bahn, bewertet ihr Netz für 2025 mit der Note 3,00. Die Skala reicht von 1 für neuwertig bis 5 für mangelhaft. Anlagen im Wert von 105,9 Milliarden Euro gelten als erneuerungsbedürftig. Bei den Stellwerken, die Weichen und Signale steuern, gilt das für mehr als die Hälfte. [8]

Nahverkehr: Busse beförderten 2025 nach vorläufigen Zahlen 5,3 Milliarden Fahrgäste, Straßenbahnen rund 3,9 Milliarden. [9] Für Schienenwege des Nahverkehrs, etwa von Straßen- und U-Bahnen, gibt der Bund den Ländern Finanzhilfen. 2025 waren es 2 Milliarden Euro, ab 2026 steigt der Betrag um 1,8 Prozent im Jahr. [10] Wasserstraßen: Der Bund unterhält rund 7.300 Kilometer Binnenwasserstraßen. [1] Von 617 Wehren und Schleusen waren im Januar 2026 insgesamt 346 älter als 80 Jahre, 205 davon älter als 100 Jahre. Angaben zum Zustand einzelner Anlagen hat die Bundesregierung im April 2026 zum Schutz vor Sabotage als vertraulich eingestuft. [11] Radwege: Für Radwege an Bundesstraßen gab der Bund 2024 rund 117,2 Millionen Euro aus. Fertig wurden rund 90 Kilometer. [1] Für 2026 und im Entwurf für 2027 sind dafür je 100 Millionen Euro vorgesehen. [3]

Über den Haushalt 2027 stimmt der Bundestag am 27.11.2026 ab. [12] Bundesverkehrsminister Steffen Bilger von der CDU nennt bis 2030 rund 170 Milliarden Euro für Verkehrsinvestitionen. Er will Straße und Schiene nicht gegeneinander ausspielen; bei der Schiene liege der Schwerpunkt weiter auf dem Erhalt. Die AfD sieht die Straße als wichtigsten Verkehrsträger und fordert mehr Geld für die Sanierung der Bundesfernstraßen. Die Grünen warnen, ohne Änderungen am Entwurf könne 2027 kein neues Aus- oder Neubauprojekt der Bahn beginnen. Die Linke will auf Straßenneubauten verzichten, die sie für unwirtschaftlich hält, und das Geld für Sanierung, Brücken, Schiene und Nahverkehr einsetzen. [4]

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Welche Verkehrsinfrastruktur soll in den kommenden zehn Jahren bei öffentlichen Investitionen Vorrang erhalten?

Wählen Sie den Bereich, der zuerst Geld bekommen soll. Gemeint sind Erhalt, Ausbau und Neubau zusammen. Brücken zählen zur Straße oder zur Schiene.

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Dies ist ein Stimmungsbild unserer Leserinnen und Leser, keine repräsentative Umfrage. Wer abstimmt, entscheidet selbst, ob er teilnimmt. Das Ergebnis sagt deshalb nicht, was alle Menschen in Deutschland denken.

Abstimmen können Sie einmal am Tag, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse. Dafür merkt sich Ihr Browser den Tag Ihrer Stimme, und je Internetanschluss zählen wir am Tag höchstens 20 Stimmen. Gespeichert wird nur, wie viele Stimmen jede Antwort hat. Wer wie abgestimmt hat, speichern wir nicht.

Während die Abstimmung läuft, zeigen wir nur die Anteile, und zwar ab 50 Stimmen; vorher wäre ein Zwischenstand Zufall. Die Zahl der Stimmen geben wir am Ende der Abstimmung bekannt.

Wer es darauf anlegt, kann die Sperre umgehen, etwa mit einem zweiten Gerät. Ganz ausschließen lässt sich Manipulation bei offenen Online-Abstimmungen nicht.

BELEGE


Quellen

  1. [1] Bundesministerium für Verkehr, April 2026

    Verkehrsinvestitionsbericht für das Berichtsjahr 2024

    Amtliche Quelle

  2. [2] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 1 Regionalisierungsgesetz: Öffentliche Aufgabe, Zuständigkeit

    Amtliche Quelle

  3. [3] Deutscher Bundestag, 19.08.2026

    Haushalt 2027: Verkehr bleibt größter Investitionsetat (hib 651/2026)

    Amtliche Quelle

  4. [4] Deutscher Bundestag, 08.09.2026

    Plenarprotokoll 21/91, S. 11280 bis 11285

    Amtliche Quelle

  5. [5] Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen

    Brückenstatistik: Brücken der Bundesfernstraßen, Stand 01.03.2026

    Amtliche Quelle

  6. [6] Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen

    Zustandsnoten der Brücken: Erläuterungen und Einzeldaten, Stand 01.03.2026

    Amtliche Quelle

  7. [7] KfW Research, Juni 2026

    KfW-Kommunalpanel 2026, S. 4

    Institut oder Körperschaft

  8. [8] DB InfraGO AG, 07.05.2026

    InfraGO-Zustandsbericht Netz und Personenbahnhöfe 2025

    Institut oder Körperschaft

  9. [9] Statistisches Bundesamt, 08.04.2026

    Pressemitteilung Nr. 120: Linienverkehr mit Bussen und Bahnen im Jahr 2025: Fahrgastzahlen nahezu unverändert

    Datenportal

  10. [10] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, § 2 und § 10

    Amtliche Quelle

  11. [11] Deutscher Bundestag, 21.04.2026

    Antwort der Bundesregierung „Zustand der Schleusen, Wehre und Brücken an den Bundeswasserstraßen“, Drucksache 21/5465

    Amtliche Quelle

  12. [12] Deutscher Bundestag, 20.08.2026

    Der Weg zum Bundeshaushalt 2027 vom Entwurf zum Beschluss

    Amtliche Quelle