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ABSTIMMUNGDEUTSCHLAND ENTSCHEIDETFRAGE 66

Sollen staatliche Maßnahmen zur Wohnraumversorgung stärker auf den Neubau oder auf die Bezahlbarkeit bestehender Wohnungen ausgerichtet werden?

2025 wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt, so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Ende 2025 bezogen rund 1,3 Millionen Haushalte Wohngeld, so viele wie nie seit Beginn der Statistik 2005. Worauf soll der Staat stärker setzen?

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Teil der Reihe DEUTSCHLAND ENTSCHEIDET: Thema 14: Wohnen und Eigentum · Ergebnisse ansehen

VOR DER STIMME


Die Fakten

Für den sozialen Wohnungsbau sind seit 2006 allein die Länder zuständig. Der Bund darf sie seit 2019 mit Finanzhilfen unterstützen. [1] Seit dem 30.10.2025 gilt eine befristete Sonderregel für den Wohnungsbau: Stimmt die Gemeinde zu, darf bis Ende 2030 von Vorschriften des Baugesetzbuchs abgewichen werden. [2] In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Miete bei Vertragsbeginn höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Das ist die Mietpreisbremse. Die Gebiete bestimmen die Landesregierungen. Ihre Verordnungen gelten längstens bis Ende 2029. [3]

2025 wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 18,0 Prozent weniger als 2024 und so wenige wie seit 2012 nicht mehr. [4] Die Zahl der Genehmigungen steigt wieder: Von Januar bis Juli 2026 wurden 148.800 Wohnungen genehmigt, 12,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. [5] Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung schätzt, dass von 2023 bis 2030 jedes Jahr rund 320.000 neue Wohnungen nötig sind. [6]

Nach dem Kabinettsbeschluss vom 06.07.2026 will der Bund den Ländern für den sozialen Wohnungsbau 2027 Finanzhilfen von 5 Milliarden Euro zusagen, 2028 und 2029 je 5,5 Milliarden Euro. Ausgezahlt werden sie jeweils über fünf Jahre. 2025 förderten die Länder den Bau von 27.283 neuen Sozialmietwohnungen. Sozialwohnungen sind nur für eine feste Zeit an eine begrenzte Miete und an berechtigte Mieter gebunden. Von 2021 bis 2025 fielen 243.261 Mietwohnungen aus dieser Bindung. Der Bestand an Sozialmietwohnungen sank in dieser Zeit um 96.755. [1]

Wohngeld ist ein Zuschuss zu den Wohnkosten für Haushalte mit geringem Einkommen. Ende 2025 bezogen es rund 1,3 Millionen Haushalte. Die Ausgaben dafür stiegen 2025 auf 4.992 Millionen Euro. [7] Die Bundesregierung will die für 2027 vorgesehene Anpassung des Wohngelds an Preise und Mieten aussetzen, den dauerhaften Zuschlag für Heizkosten halbieren und die Formel ändern. Nach ihrer Schätzung fallen dadurch rund 381.000 Haushalte aus dem Wohngeld. Rund 143.000 davon bekommen stattdessen Grundsicherung. Ab 2029 sparen Bund und Länder beim Wohngeld je 1.080 Millionen Euro im Jahr. [8] Der Bundestag hat den Entwurf am 08.10.2026 in erster Lesung beraten (Stand 14.10.2026). [9] Im Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 sinken die Zahlungen des Bundes für das Wohngeld von 2,43 auf 1,81 Milliarden Euro. Die Zahlungen für den sozialen Wohnungsbau steigen von 2,65 auf 3,28 Milliarden Euro. [10]

Die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD will mit mehr Geld für den sozialen Wohnungsbau erreichen, dass die Zahl der Sozialmietwohnungen nach Jahrzehnten wieder steigt. [1] Der Sachverständigenrat Wirtschaft nannte 2024 als erste Handlungsoption, den Wohnungsneubau zu stärken. Die Mietpreisbremse löse „die Ursachen der Wohnraumknappheit auf angespannten Wohnungsmärkten nicht“. Um die Wohnkosten einkommensschwacher Haushalte zu senken, sei das Wohngeld besonders zielgenau. Sozialwohnungen könnten es sinnvoll ergänzen. [11] Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW nennt drei Punkte: „Baukosten runter, Verfahren beschleunigen, soziale Unterstützung sichern“. [12] Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erklärt: „Der Wohnraummangel kann nur durch stärkeren Neubau, Nachverdichtung und Aufstockung bekämpft werden.“ [13] Der Eigentümerverband Haus & Grund lehnte 2025 die Verlängerung der Mietpreisbremse ab. Sie verknappe das Angebot und bremse Investitionen. [14] Der Deutsche Mieterbund lehnt die Kürzungen beim Wohngeld ab: „Leistungskürzungen senken keine Mieten und schaffen keine einzige zusätzliche Wohnung.“ [15] Die AfD nennt das Wohngeld „das zentrale und zielgerichtete Instrument“. Sie will es unverändert lassen und die Anpassung 2027 umsetzen. [16] Die Grünen wollen keine Einschnitte beim Wohngeld. Es dürfe aber „keine dauerhafte Antwort auf die Krise des Wohnungsmarktes sein“. Sie wollen soziales und gemeinwohlorientiertes Wohnen ausbauen. [17] Die Linke will die Kürzungen stoppen und die Mieten bundesweit deckeln. [18]

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Ihre Stimme

Sollen staatliche Maßnahmen zur Wohnraumversorgung stärker auf den Neubau oder auf die Bezahlbarkeit bestehender Wohnungen ausgerichtet werden?

Zum Neubau zählen etwa die Förderung neuer Wohnungen, der soziale Wohnungsbau und schnellere Genehmigungen. Zur Bezahlbarkeit bestehender Wohnungen zählen etwa das Wohngeld und die Mietpreisbremse.

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METHODE


So zählen wir

Dies ist ein Stimmungsbild unserer Leserinnen und Leser, keine repräsentative Umfrage. Wer abstimmt, entscheidet selbst, ob er teilnimmt. Das Ergebnis sagt deshalb nicht, was alle Menschen in Deutschland denken.

Abstimmen können Sie einmal am Tag, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse. Dafür merkt sich Ihr Browser den Tag Ihrer Stimme, und je Internetanschluss zählen wir am Tag höchstens 20 Stimmen. Gespeichert wird nur, wie viele Stimmen jede Antwort hat. Wer wie abgestimmt hat, speichern wir nicht.

Während die Abstimmung läuft, zeigen wir nur die Anteile, und zwar ab 50 Stimmen; vorher wäre ein Zwischenstand Zufall. Die Zahl der Stimmen geben wir am Ende der Abstimmung bekannt.

Wer es darauf anlegt, kann die Sperre umgehen, etwa mit einem zweiten Gerät. Ganz ausschließen lässt sich Manipulation bei offenen Online-Abstimmungen nicht.

BELEGE


Quellen

  1. [1] Deutscher Bundestag, 17.07.2026

    Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke „Sozialer und gemeinnütziger Wohnungsbau“, Drucksache 21/7212

    Amtliche Quelle

  2. [2] Bundesgesetzblatt, 27.10.2025, verkündet 29.10.2025

    Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung, BGBl. 2025 I Nr. 257 (neuer § 246e Baugesetzbuch)

    Amtliche Quelle

  3. [3] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 556d Bürgerliches Gesetzbuch: Zulässige Miethöhe bei Mietbeginn; Verordnungsermächtigung

    Amtliche Quelle

  4. [4] Statistisches Bundesamt, 22.05.2026

    Pressemitteilung 174: 18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025

    Datenportal

  5. [5] Statistisches Bundesamt, 18.09.2026

    Pressemitteilung 330: Baugenehmigungen für Wohnungen im Juli 2026: +1,9 % zum Vorjahresmonat

    Datenportal

  6. [6] Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, 20.03.2025

    BBSR beziffert Neubaubedarf auf jährlich rund 320.000 Wohnungen

    Amtliche Quelle

  7. [7] Statistisches Bundesamt, 25.09.2026

    Pressemitteilung 339, korrigierte Fassung: 1,3 Millionen Wohngeldhaushalte im Jahr 2025

    Datenportal

  8. [8] Bundesregierung, 30.09.2026

    Entwurf eines Gesetzes zur Vereinfachung und Fortentwicklung des Wohngeldgesetzes, Drucksache 21/8284

    Amtliche Quelle

  9. [9] Deutscher Bundestag, 08.10.2026

    Vereinfachung und Fortentwicklung des Wohngeldgesetzes

    Amtliche Quelle

  10. [10] Deutscher Bundestag, heute im bundestag, 24.08.2026

    Bau-Etat sinkt auf 7,51 Milliarden Euro (hib 657/2026, zum Haushaltsentwurf 2027, Drucksache 21/7300, Einzelplan 25)

    Amtliche Quelle

  11. [11] Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, 2024

    Jahresgutachten 2024/25, Kapitel 4: Wohnen in Deutschland: Knappheiten beheben und Zugang erleichtern, Ziffern 381, 398, 406

    Institut oder Körperschaft

  12. [12] GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, 06.07.2026

    Wohnungswirtschaft warnt vor Neubau-Kollaps: Wohn-Investitionen wandern immer stärker in den Bestand statt in den Neubau

    Verband

  13. [13] Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, 18.08.2026

    Pressemitteilung 37/26: Baugenehmigungen: Halbjahresbilanz fällt zwiespältig aus

    Verband

  14. [14] Haus & Grund Deutschland, 20.06.2025

    Stellungnahme zur Verlängerung der Mietpreisbremse, Ausschussdrucksache 21(6)4d des Rechtsausschusses

    Verband

  15. [15] Deutscher Mieterbund, 08.10.2026

    Bundestag berät über Wohngeldkürzungen

    Verband

  16. [16] Deutscher Bundestag, Fraktion der AfD, 06.10.2026

    Antrag „Zielgerichtete Wohngeldförderung unverändert beibehalten und Anpassung zum 1. Januar 2027 umsetzen“, Drucksache 21/8386

    Amtliche Quelle

  17. [17] Deutscher Bundestag, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, 09.06.2026

    Antrag „Keine Einschnitte beim Wohngeld – Entlastung für Familien und Rentnerinnen und Rentner sichern“, Drucksache 21/6339

    Amtliche Quelle

  18. [18] Deutscher Bundestag, Fraktion Die Linke, 09.06.2026

    Antrag „Wohngeld retten – Kürzungspläne stoppen“, Drucksache 21/6363

    Amtliche Quelle