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ABSTIMMUNGDEUTSCHLAND ENTSCHEIDETFRAGE 10

Welche Priorität sollen beschleunigte Rückführungen ausreisepflichtiger Personen gegenüber anderen migrationspolitischen Maßnahmen haben?

258.845 Menschen waren Mitte 2026 ausreisepflichtig, drei Viertel davon mit Duldung. 2025 wurden 22.787 abgeschoben. Wie wichtig sollen schnellere Rückführungen im Vergleich zu Grenzschutz, Integration und Fachkräfteeinwanderung sein?

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Teil der Reihe DEUTSCHLAND ENTSCHEIDET: Thema 2: Migration, Asyl und Integration · Ergebnisse ansehen

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Die Fakten

Am 30.06.2026 waren in Deutschland 258.845 Menschen ausreisepflichtig. 199.271 von ihnen hatten eine Duldung, ihre Abschiebung war also vorübergehend ausgesetzt; 59.574 hatten keine. [1][2] Ende 2025 waren es 232.067, Ende 2024 220.808. [3][4] Unter den benannten Gründen für eine Duldung waren fehlende Reisedokumente am häufigsten (48.714), dazu kamen familiäre Bindungen zu anderen Geduldeten (29.528) und eine ungeklärte Identität (18.275). 66.224 Duldungen erfasst die Statistik als Duldung aus sonstigen Gründen. [5]

2025 wurden 22.787 Menschen abgeschoben, 2024 waren es 20.084 und 2023 16.430. Fast ein Viertel der Abschiebungen 2025 waren Überstellungen in andere Dublin-Staaten, also in die EU, die Schweiz, Norwegen oder Island. [3][4][6] Im ersten Halbjahr 2026 gab es 9.663 Abschiebungen, im ersten Halbjahr 2025 waren es 11.807. [1][7] 34.448 geplante Abschiebungen kamen 2025 nicht zustande, meist weil die Person nicht zugeführt oder die Maßnahme am selben Tag abgesagt wurde (21.341) oder weil das Ersuchen storniert wurde (11.184). [8] Als gescheitert zählte der Bund nach seinen Angaben für 2024 auch Fälle, die ein Land angemeldet und wieder abgemeldet hat. [4] Über das Bund-Länder-Programm REAG/GARP reisten 2025 16.576 Menschen gefördert freiwillig aus; dazu kamen 15.906 Ausreisen mit Förderung der Länder, wobei eine Person beide Förderungen erhalten kann. [3] Eine Abschiebung kostet nach Angaben der Bundesregierung in der Regel deutlich mehr als eine REAG/GARP-Förderung; einen genauen Vergleich hält sie nicht für möglich. [2]

Abschiebungen sind grundsätzlich Sache der Länder. Die Bundespolizei schiebt in bestimmten Fällen an der Grenze selbst ab, 2025 in 613 Fällen, und unterstützt sonst auf Anforderung der Länder. [2][8][9] Das Rückführungsverbesserungsgesetz von 2024 verlängerte unter anderem den Ausreisegewahrsam von 10 auf 28 Tage und strich die Pflicht, Abschiebungen nach mehr als einem Jahr Duldung anzukündigen, außer bei Familien mit Kindern unter zwölf Jahren. [10] Seit Februar 2026 kann die Bundesregierung sichere Herkunftsstaaten für den internationalen Schutz per Verordnung ohne Zustimmung des Bundesrates bestimmen; für das Asylgrundrecht bleibt es beim Gesetz. Seit Juni 2026 bekommen Menschen in Abschiebungshaft nicht mehr von Amts wegen einen Anwalt. [11] Die EU hat im Oktober 2026 eine Rückführungsverordnung angenommen, die unter anderem Rückkehrzentren in Drittstaaten erlaubt; im Amtsblatt veröffentlicht ist sie noch nicht (Stand 13.10.2026). [12][13]

Zum Vergleich mit anderen Maßnahmen: Die Zahl der Asylerstanträge sank von 229.751 im Jahr 2024 auf 113.236 im Jahr 2025. [14] Die Kontrollen an den deutschen Landgrenzen verursachten bei der Bundespolizei vom 16.09.2024 bis 30.06.2026 einsatzbedingte Mehrkosten von 194,7 Millionen Euro, davon 84,4 Millionen rechnerisch für Mehrarbeit. [15] Für Integrationskurse gab der Bund 2025 1.329,1 Millionen Euro aus. [16] Die polizeiliche Begleitung von Abschiebungen kostete den Bund 2025 rund 10,1 Millionen Euro; die Kosten der Länder sind darin nicht enthalten. [3] Die Beträge erfassen jeweils nur einen Teil der Kosten und sind nur bedingt vergleichbar.

Die Koalition hat eine „Rückführungsoffensive vereinbart, um die Ausreisepflicht noch konsequenter umzusetzen“. [8] Die Innenminister der Länder sehen „nach wie vor ein erhebliches Vollzugsdefizit bei der Durchsetzung der vollziehbaren Ausreisepflicht“, ausgelöst durch Untertauchen oder bloßes Nichtantreffen der Betroffenen. [17] Die AfD hält die „Migrationswende“ im Bereich der Rückführung für „ausgeblieben“. [2] Der Sachverständigenrat für Integration und Migration rät, die Rückkehrpolitik „mit Augenmaß und der nötigen Stringenz“ voranzutreiben und reguläre Wege für Arbeitsmigration zu öffnen. [18] Die Linke sieht die Prioritäten der Regierung „bei Abschottung und Isolation“. [19] PRO ASYL warnt, Rückkehrzentren, mehr Abschiebungshaft und weniger Rechtsschutz schafften „neue Risiken für Menschenrechtsverletzungen“. [20]

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Abstimmen können Sie einmal am Tag, ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse. Dafür merkt sich Ihr Browser den Tag Ihrer Stimme, und je Internetanschluss zählen wir am Tag höchstens 20 Stimmen. Gespeichert wird nur, wie viele Stimmen jede Antwort hat. Wer wie abgestimmt hat, speichern wir nicht.

Während die Abstimmung läuft, zeigen wir nur die Anteile, und zwar ab 50 Stimmen; vorher wäre ein Zwischenstand Zufall. Die Zahl der Stimmen geben wir am Ende der Abstimmung bekannt.

Wer es darauf anlegt, kann die Sperre umgehen, etwa mit einem zweiten Gerät. Ganz ausschließen lässt sich Manipulation bei offenen Online-Abstimmungen nicht.

BELEGE


Quellen

  1. [1] Bundesregierung, 17.08.2026

    Antwort „Abschiebungen und Ausreisen im ersten Halbjahr 2026“, Drucksache 21/7637

    Amtliche Quelle

  2. [2] Bundesregierung, 24.09.2026

    Antwort „Abschiebungen im ersten Halbjahr 2026 – fortgesetzte Defizite bei der Durchsetzung der Ausreisepflicht“, Drucksache 21/8186

    Amtliche Quelle

  3. [3] Bundesregierung, 11.02.2026

    Antwort „Abschiebungen und Ausreisen im Jahr 2025“, Drucksache 21/4103

    Amtliche Quelle

  4. [4] Bundesregierung, 11.02.2025

    Antwort „Abschiebungen und Ausreisen im Jahr 2024“, Drucksache 20/14946

    Amtliche Quelle

  5. [5] Bundesregierung, 01.09.2026

    Antwort „Zahlen zu in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Geflüchteten zum Stand 30. Juni 2026“, Drucksache 21/7815

    Amtliche Quelle

  6. [6] Bundesregierung, 16.05.2024

    Antwort „Abschiebungen und Ausreisen 2023 und im ersten Quartal 2024“, Drucksache 20/11471

    Amtliche Quelle

  7. [7] Bundesregierung, 14.08.2025

    Antwort „Abschiebungen und Ausreisen im ersten Halbjahr 2025“, Drucksache 21/1239

    Amtliche Quelle

  8. [8] Bundesregierung, 26.02.2026

    Antwort „Abschiebungen und freiwillige Ausreisen im Jahr 2025 – Fortgesetzte Defizite bei der Durchsetzung der Ausreisepflicht“, Drucksache 21/4403

    Amtliche Quelle

  9. [9] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

    § 71 Aufenthaltsgesetz: Zuständigkeit

    Amtliche Quelle

  10. [10] Bundesgesetzblatt, 26.02.2024

    Gesetz zur Verbesserung der Rückführung, BGBl. 2024 I Nr. 54

    Amtliche Quelle

  11. [11] Bundesgesetzblatt, 23.12.2025

    Gesetz zur Bestimmung sicherer Herkunftsstaaten durch Rechtsverordnung und zur Abschaffung des anwaltlichen Vertreters bei Abschiebehaft und Ausreisegewahrsam, BGBl. 2025 I Nr. 364

    Amtliche Quelle

  12. [12] Rat der Europäischen Union, 01.06.2026

    Rat und Parlament einigen sich über Rückkehr von illegal in der Union aufhältigen Drittstaatsangehörigen

    Amtliche Quelle

  13. [13] Europäisches Parlament, Legislative Observatory, abgerufen 13.10.2026

    Verfahren 2025/0059(COD): Rückführungsverordnung, Stand „awaiting publication in Official Journal“

    Amtliche Quelle

  14. [14] Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2026

    Aktuelle Zahlen, Ausgabe Dezember 2025

    Datenportal

  15. [15] Bundesregierung, 21.09.2026

    Antwort „Binnengrenzkontrollen an den Grenzübergängen Stadtbrücke Frankfurt (Oder), Autobahn 12 und Schienenstrecke“, Drucksache 21/8078 (Mehrkosten aller Landbinnengrenzen)

    Amtliche Quelle

  16. [16] Bundesministerium der Finanzen, 2026

    Entwurf des Bundeshaushaltsplans 2027, Einzelplan 06, Kapitel 0603, Titel 684 12 (Ist 2025)

    Amtliche Quelle

  17. [17] Innenministerkonferenz, 19.06.2026

    225. Sitzung, freigegebene Beschlüsse, TOP 54

    Amtliche Quelle

  18. [18] Sachverständigenrat für Integration und Migration, 07.03.2025

    SVR-Empfehlungen für eine wirksame Migrations- und Integrationspolitik mit Maß und Mitte. Impulse für die Legislaturperiode 2025–2029

    Institut oder Körperschaft

  19. [19] Deutscher Bundestag, 10.07.2025

    Plenarprotokoll 21/18, S. 1714

    Amtliche Quelle

  20. [20] PRO ASYL, 01.10.2026

    Rückführungsverordnung beschlossen: PRO ASYL kritisiert nächste Verschärfungswelle

    Verband